Gutierrez: Wenig Zeit, hohe Ziele - Hülkenberg als Maßstab

Esteban Gutierrez bereitet sich momentan gewissenhaft auf seine Debüt-Saison vor. Der Mexikaner weiß aber, dass das erste Jahr nicht einfach wird.

Esteban Gutierrez ist im Stress. Der Junge Mexikaner hat im Rahmen der Testfahrten nur sechs Tage Zeit, um sich an den Sauber-Boliden zu gewöhnen, mit dem er ab Melbourne auf Punktejagd gehen wird. "Ich gebe mein Bestes, aber es ist eine sehr kurze Zeit", gab er zu. "Es ist nicht einfach, weil man als Rookie viele Runden benötigt und sich anpassen muss, aber so ist es und versuche, das Beste herauszuholen."

Mit Nico Hülkenberg steht Gutierrez ein erfahrener Teamkollege zur Seite, an dem er sich naturgemäß orientieren möchte. "Mein Ziel ist es, auf seinen Level zu kommen", sagte der 21-Jährige. "Ich werde es Schritt für Schritt angehen, weil er drei Jahre mehr Erfahrung in der Formel 1 hat und ich nicht davon ausgehen kann, ihn sofort zu schlagen."

Ständige Beobachtung durch die Medien

Im Vorjahr saß noch Kamui Kobayashi im Sauber, doch der Japaner erhielt keinen neuen Vertrag und musste trotz einer stattlichen gesammelten Geldsumme der Formel 1 den Rücken kehren. Gutierrez, der sich mit Kobayashi gut verstand, sieht sich jedoch nicht als unmittelbaren Ersatz, der seinen Vorgänger verdrängt hat. "Natürlich ist es nicht schön zu sagen 'Ich bin statt Kamui hier', weil er ein guter Freund war, aber solche Dinge passieren", führte er aus. "Ich bin hier und werde mein Bestes geben, um das Meiste aus dieser Chance zu machen, weil ich weiß, wie viele Leute in dieser Position sein möchten."

Gutierrez war bereits in der vergangenen Saison als Testfahrer für Sauber tätig, drehte jedoch auch in der GP2 seine Runden. Er sieht den Unterschied zur Formel 1 vor allem auf einer psychologischen Ebene. "Es gibt mehr Druck von den Medien, man ist der ganzen Welt ausgesetzt", erläuterte er. Den Rookies würde zwar eine gewisse Zeit zur Anpassung an das neue Aufgabengebiet zugestanden werden, doch schlussendlich zählen nur die Ergebnisse, gab sich der Mexikaner keinen Illusionen hin.

Philipp Schajer, 21.02.2013

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