Reifenfetzen: Ricciardo unter Beschuss - In unerwartetem Ausmaß

Die jüngste Generation der Pirelli-Reifen wird bei den Testfahrten in Barcelona mehr und mehr zum Krisen-Thema: Daniel Ricciardo zeigte sich entnervt.

Sergio Perez und Fernando Alonso hatten die niedrige Haltbarkeit der Pirelli-Reifen für 2013 am Rande des zweiten Wintertests der Formel 1 in Barcelona bereits kritisiert, nun zog auch Daniel Ricciardo nach. Die Pneus der neuen Generation seien für die Fahrer wahrlich kein Zuckerschlecken, vielmehr würde einen das Gummi vor große Probleme stellen - selbst dann noch, wenn es sich gar nicht auf dem Reifen befände. "Das Problem sind die Marbles", meinte der entnervte Australier nach seinen Testeindrücken in Katalonien. Der auf der Strecke umherliegende Reifenabrieb sei so stark, dass viel zu viele kleine Gummifetzen von den Autos aufgewirbelt würden.

"Ich weiß, wir befinden uns noch in einer frühen Phase der Saison - aber das war wirklich ein Problem. Besonders, wenn man auf einem Long-Run hinter ein paar anderen Jungs hinterherfuhr, war es so, wie wenn sie mit Gummigeschossen auf mich schießen würden!" Die Bedingungen in Barcelona seien folglich eine Herausforderung, so der Toro-Rosso-Pilot. Immerhin bestünde die Hoffnung, dass das bessere Wetter während der Saison die aktuelle Situation abmildere. "Hier ist es ja noch sehr kalt - solche Bedingungen werden wir während der Saison wohl hoffentlich nicht so oft vorfinden", glaubte der Australier. Dass man sich bei Monopolist Pirelli derart gravierende Auswirkungen von den neuen Komponenten erwartet habe, glaubte Ricciardo derweil nicht.

"Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Reifen das tun, was man sich vorgestellt hat. Aber klar: Gewisse Arbeitsfenster sollten sich für dieses Jahr ja auch ganz bewusst ändern - das haben sie definitiv." Es sei aber auch nicht ratsam, die Zustände nun verbal zu dramatisieren. "Jetzt frustriert darüber zu sein, bringt ja nichts. Wenn es dann wirklich ans Rennfahren geht, wird es bestimmt schon wieder etwas anders aussehen", so der 23-Jährige. Mit Blick auf die bisherige Winterleistung seines Teams sagte er: "Jetzt schon vorne dabei zu sein, schadet sicher nicht. Aber alles geht sehr schnell. Es fühlt sich an, als habe das Testen gerade erst angefangen, dabei ist die Hälfte der Zeit schon wieder vorbei."

Frederik Hackbarth, 21.02.2013

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