Vettel: Deshalb sorgte er für rote Flaggen - Da steckst du nicht drin

Sebastian Vettel klärt auf: Warum sein Red Bull vor Ende der Testfahrten stehen blieb und wieso es bei Roger Federer manchmal einfach aussieht.

Zweiter und letzter Tag für Sebastian Vettel bei den Testfahrten in Barcelona. Der amtierende Weltmeister stellte seinen RB9-Boliden am Mittwoch auf Platz zwei in der Zeitenliste, mit 3,5 Zehntelsekunden Rückstand auf Sergio Perez' Bestzeit. 84 Runden auf dem Circuit de Catalunya standen am Ende zu Buche. "Eigentlich wären wir gern etwas länger gefahren, doch leider war das nicht möglich", räumte er ein. Das Problem: Rund 40 Minuten vor dem Ende des Testtages sorgte Vettel für rote Flaggen, nachdem er 100 Meter hinter der Boxenausfahrt stehen geblieben war. Es handelte sich hier jedoch nicht um ein ernstes Problem; beim vorangegangenen Boxenstopp hatte ein Mechaniker eines der Räder nicht richtig angezogen.

Damit war der Tag für Vettel vorzeitig beendet. "Zum Schluss saß das Rad nicht ganz fest, deshalb musste ich das Auto abstellen und konnte nicht mehr rausfahren", bestätigte Vettel. Den Vorfall wollte er nicht überbewerten: "Es ist mir lieber, wenn so etwas hier passiert als während der Saison. Da steckst du manchmal nicht drin. Es gab zwei, drei Dinge, die uns heute passierten, ein paar Probleme mit der Zuverlässigkeit - das ist aber alles nicht so tragisch und einfach zu beheben." Red Bull hatte sich auch morgens einige Zeit gelassen, bis Vettel erstmals seine Runden drehen konnte. 20 Minuten nach Beginn machte sich der Heppenheimer bei kühlen Temperaturen auf.

Zu einer Prognose über die Hackordnung für 2013 wollte sich Vettel wieder einmal nicht hinreißen lassen. "Das ist schwierig zu sagen, weil hier alle ein paar Probleme mit den Reifen haben", erklärte Vettel. "Es ist ein bisschen kühl hier. Nicht zu kalt für uns, aber für die Reifen. Die sind hier ein sehr großer Faktor." Mit der Gesamtperformance seines Autos war Vettel unterdessen bisweilen zufrieden: "Die Balance passt."

Dass Rennfahren gar nicht so einfach ist, wie es manchmal vielleicht den Anschein erwecken mag, machte Vettel einem fragenden Journalisten deutlich. "Von außen sieht es immer einfach aus. Wenn Roger Federer einen Ball im Tennis spielt, sieht das auch simpel aus", so Vettel mit einem Grinsen. "Aber dann versuchst du es mal selbst und es funktioniert nicht..." Für Vettel enden die ersten Testfahrten in Barcelona, ab Donnerstag übernimmt Teamkollege Mark Webber den RB9.

Robert Seiwert, 20.02.2013

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