Brundle vermisst geschasste Fahrer nicht - Alle hatten ihre Chance

Formel-1-Experte Martin Brundle schaltet sich in die Paydriver-Diskussion ein: Die neuen Fahrer seien zu begrüßen, die Alten hätten ihre Chance gehabt.

Bei den Mittelfeldteams und am Ende der Startaufstellung in der Formel 1 ist großes Stühle Rücken angesagt: Fünf Piloten aus der Saison 2012 - Kamui Kobayashi, Bruno Senna, Heikki Kovalainen, Vitaly Petrov und Timo Glock - fanden für 2013 kein Cockpit, dafür rückt eine Reihe von Piloten mit Mitgift nach. Jaime Alguersuari fluchte unlängst über das "Auktionshaus Formel 1", nachdem ihm 2013 wieder nur die Rolle als Pirelli-Testfahrer bleibt. Die Formel 1 diskutiert weiter über Paydriver.

"Es ist schon schade [dass sie fort sind], oder? Aber das ist Business", versucht Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle die Sache gegenüber Sky Sport realistisch zu betrachten. "Wie ich immer gesagt habe: Es ist schwer, in die Formel 1 zu kommen, und es ist noch schwerer, dort zu bleiben." Der 53-jährige versucht, die Abwechslung zu genießen: "Ich habe mir Gutierrez in Jerez angesehen und mir gedacht: 'Nun, das wird sicher interessant. Wie wird er abschneiden?' Wenn es Kobayashi gewesen wäre, würde man bereits wissen, was er tun würde: er wäre von Zeit zu Zeit großartig, würde ein paar starke Überholmanöver zeigen und ansonsten den Rest des Jahres abtauchen."

Das ernüchternde Fazit gilt auch für die anderen entlassenen Piloten: "Sie hatten alle ihre Chance, zu glänzen. Das mag brutal klingen, aber sie hatten ihre Chance." Er selbst habe das am eigenen Leib erfahren: "So war es, als ich aus der Formel 1 geworfen wurde: Du hattest deine Chance, doch da kam nichts und jetzt brauchen wir frisches Blut." Brundle fuhr in den 80er- und 90er-Jahren in der Formel 1, blieb jedoch selten länger als eine Saison bei einem Team. Seine letzte Saison fuhr er 1996 für Jordan.

Heiko Stritzke, 17.02.2013

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