Keine Schnellschüsse bei Ducati - Gobmeier verteidigt Ducatis Strategie

Bernhard Gobmeier will trotz der großen Ernüchterung bei Ducati einen klaren Kopf behalten und verteidigt das Motorkonzept.

Ducatis neuer Rennleister Bernhard Gobmeier zeigt sich auch mit einer Woche Abstand zum Testauftakt sehr ernüchtert über seinen Einstand bei den Italienern. "Das war für alle eine brutale Bestandaufnahme", gibt der Deutsche zu.

"Es war ein angemessener Weckruf. 2010 bei BMW war ich schon einmal in einer ähnlichen Situation, als es um die Konkurrenzfähigkeit des Superbike-WM-Teams ging", gibt sich Gobmeier aber optimistisch. An allen drei Testtagen kam die schnellste Ducati nie unter zwei Sekunden auf die Bestzeiten von Dani Pedrosa. Auch weil die Italiener mit der identischen Maschine vom November-Test antraten, während Honda und Yamaha Evolutionen an den Start brachten.

Keine Abkehr vom Konzept

Die beiden Werkspiloten Nicky Hayden und Andrea Dovizioso hatten lauthals ein Umdenken über das grundsätzliche Konzept der Desmosedici gefordert. Italienische Medien waren prompt auf den Zug aufgesprungen und gaben ihren Input zu möglichen Reformen des Prototypen. Sogar eine Abkehr vom bestehenden Motorkonzept wurde gefordert.

Einer solchen erteilt Gobmeier eine klare Absage: "Nein, definitiv nicht! Das V4-Konzept wird nicht angefasst. Unser Konzept wird entwickelt, auch wenn geschrieben wurde, dass wir das Desmodromik-Prinzip opfern würden. Aber das ist Schwachsinn."

Langfristigkeit vor Schnellschüssen

Allerdings verspricht der Deutsche: "Ein Motor-Update wird kommen." Über Umfang und Zeitpunkt hält sich Gobmeier aber bedeckt. Beim anstehenden zweiten Test in Sepang (26. - 28. Februar) werden Hayden und Dovizioso jedenfalls noch darauf verzichten müssen.

"Unsere Strategie war von Anfang an, uns in kleinen Schritten vorwärts zu bewegen. Erst danach werden radikalere Schritte folgen. Wir haben es hier mit einem langfristigen Projekt zu tun", erklärt Gobmeier.

Michael Höller, 15.02.2013

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