So fleißig waren die Teams in Jerez - Sauber als Kilometer-Hamster

Ein Schweizer Uhrwerk lief in Jerez unaufhörlich. Auch Red Bull Racing überzeugte mit Standfestigkeit, Ferrari und Mercedes noch nicht.

Die viertägigen Testfahrten in Jerez sind zu Ende. Defekte und Zwischenfälle bremsten einige Teams, bei anderen lief es dagegen wie am Schnürchen. Die Laufleistung der einzelnen Rennställe in der Zusammenfassung:

Red Bull Racing: 371 Runden

Der Bolide des dreifachen Konstrukteurs-Weltmeisters glänzte beim ersten Test durch Standfestigkeit. Mark Webber gelangen 173, Sebastian Vettel sogar 198 Runden im RB9. Mit 1.643 Kilometern kommt Red Bull auf die zweitgrößte absolvierte Distanz - und das ohne große ernste technische Probleme.

McLaren: 299 Runden

Jenson Buttons Bolide hing am ersten Tag wegen eines Defekts am Haken. Der schwache Eröffnungstag (nur 37 Runden) sorgte dafür, dass das britische Team die 300-Runden-Marke nicht knacken konnte und mit einer Distanz von 1.324 nur Platz acht einnimmt. Immerhin blieb Buttons Problem am ersten Tag das einzig gewichtige innerhalb der vier Tage.

Ferrari: 277 Runden

Drei Tage lang durfte sich Felipe Massa im F138 versuchen. Nach 226 Runden stand mit 1:17.879 Minuten sogar die absolute Bestzeit zu Buche. Pedro de la Rosas Auftritt am Freitag war von weniger Erfolg gekrönt. Ein Getriebedefekt sorgte für ein Feuer am Heck des Ferrari. Der Spanier konnte deshalb nur 51 Runden fahren. Die Scuderia ließ mit 1.226 Testkilometern in Jerez nur Marussia und Lotus hinter sich.

Lotus: 272 Runden

Bei Romain Grosjean (Bestzeit am Mittwoch) gab es am Montag nur kleinere Probleme. Ein ersthafter Defekt ereilte erst am Donnerstag die Elektronik des E21, weshalb Kimi Räikkönen nur 40 Runden fahren konnte. Immerhin durfte sich der Finne nach 83 Runden am Schlusstag noch über eine Tagesbestzeit freuen. Dennoch sind die 1.204 Kilometer von Lotus der zweitschlechteste Wert dieser Tests.

Mercedes: 322 Runden

Bei Mercedes war zu Beginn der Testfahrten ganz schön Feuer am Dach. Nico Rosberg konnte am ersten Tag nur elf, Lewis Hamilton bei seinem Debüt gerade einmal 15 Runden bestreiten. Danach legten die Silberpfeile aber los: Am Donnerstag war Rosberg mit 148, am Freitag Hamilton mit 145 Runden jeweils der aktivste Pilot des Tages. Mit 1.426 gesammelten Kilometern landete man damit immerhin noch auf Platz sechs.

Sauber: 429 Runden

Der C32 lief wie ein Schweizer Uhrwerk. Schon Nico Hülkenberg spulte 177 Runden ab, Rookie Esteban Gutierrez fuhr an den beiden letzten Tagen sogar 252 und hat damit die höchste Einzelleistung eines Piloten zu Buche stehen. Mit 1.900 Kilometern war Sauber der unangefochtene Primus.

Force India: 357 Runden

Force India war das einzige Team, das drei Piloten einsetzte und mit Paul di Resta den einzigen Fahrer im Feld an allen vier Tagen beschäftigte. Der Schotte steuerte 240 Runden bei, während James Rossiter 61 und Jules Bianchi 56 Umläufe lang im Auto sitzen durften. Mit 1.581 Kilometern war Force India eines von nur drei Teams, das in Jerez mehr als fünf GP-Distanzen absolvieren konnte.

Williams: 333 Runden

Williams stand in Jerez noch nicht mit dem neuen Auto am Start. Pastor Maldonado und Valtteri Bottas durften aber schon einige neue Teile des Boliden, der am 19. Februar vorgestellt wird, testen, so etwa einen komplett neuer Frontflügel oder eine neue Auspuffvariante. Zusammen absolvierte das Duo 333 Runden, womit nur Red Bull Racing und Sauber mehr Testkilometer sammelten.

Toro Rosso: 330 Runden

Bei Toro Rosso rollte Daniel Ricciardo am Dienstag aus und sorgte für eine Rote Flagge, ansonsten gab es bei der Scuderia keinen großen technischen Probleme. So kamen Ricciardo und Jean-Eric Vergne auf 330 Runden.

Caterham: 318 Runden

152 Runden von Giedo van der Garde und 166 von Charles Pic sorgten dafür, dass Caterham um 1.408 Testkilometer reicher an Erfahrung ist. Damit ließ man immerhin die Top-Teams McLaren, Ferrari und Lotus hinter sich.

Marussia: 220 Runden

Der Nachzügler kam nur langsam in Fahrt: 29 Runden am ersten Tag für Max Chilton wegen eines Aufhängungsschadens, 31 für Luis Razia am zweiten wegen Motorproblemen. Erst ab Donnerstag lief es halbwegs reibungslos. Chilton mit 78 und Razia am Freitag mit 82 Runden schraubten Marussias Kilometeranzahl damit zumindest in die Nähe der Tausend-Kilometer-Marke. Dennoch hat Marussia mit Abstand die geringste Distanz absolviert.

Laufleistung nach Kilometern absteigend:

Team Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Gesamt | Km gesamt
Sauber: 79 98 110 142 429 1.900
Red Bull: 73 100 102 96 371 1.643
Force India: 89 114 49 105 357 1.581
Williams: 84 71 86 92 333 1.474
Toro Rosso: 70 83 85 92 330 1.461
Mercedes: 14 15 148 145 322 1.426
Caterham: 64 88 57 109 318 1.408
McLaren: 37 81 83 98 299 1.324
Ferrari: 64 77 85 51 277 1.226
Lotus: 54 95 40 83 272 1.204
Marussia: 29 31 78 82 220 974
Michael Höller, 08.02.2013

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