Die Erkenntnisse des Sepang-Tests - Marquez und Rossi hui, Ducati eher pfui

Ein Rookie, der in der Spitze mitmischt, ein Traum-Comeback und ein altes italienisches Problem: die Erkenntnisse der Sepang-Tests.

Drei Tage lang wurde in Sepang getestet, mit Setups gespielt und der Elektronik experimentiert. Am Ende war Dani Pedrosa mit einer Rundenzeit von 2:00,100 Minuten der Schnellste der insgesamt 28 im Einsatz befindlichen Piloten. Motorsport-Magazin.com fasst die wichtigsten Erkenntnisse des ersten MotoGP-Tests zusammen:

Marc Marquez ist bärenstark

Damit der Spanier gleich in seiner ersten Saison für Hondas Werksteam fahren kann, wurde die Rookie-Regel ausgehebelt. Zurecht: Der junge Spanier bewies, dass er schon in seiner ersten Saison zur absoluten Weltspitze der MotoGP gehören wird. An den ersten beiden Tagen sogar schneller als Valentino Rossi markierte seine 2:00,636 vom Finaltag die viertschnellste Runde der Sepang-Tests. Erst am dritten Tag unterlief ihm mit einem Sturz ein erster Schnitzer, der für ihn und sein Motorrad aber ohen Folgen blieb und keine wertvollen Runden kostete. Ob Marquez das Tempo (und seine Nerven) über die volle Renndistanz im Griff hat, wird er noch beweisen müssen, pfeilschnell ist der Spanier jedenfalls auch auf einem MotoGP-Bike.

Valentino Rossi ist wieder der Alte

Er hat es doch noch drauf! Nach den zwei härtesten Jahren seiner Karriere, bewies Valentino Rossi an den drei Tagen in Sepang eindrucksvoll, dass der Grund für die Erfolglosigkeit der letzten beiden Jahre eindeutig seine Ducati war. Zurück auf der Yamaha war Rossi von Beginn an schnell. An jedem Tag verbesserte der Doktor seine Bestzeit um rund eine halbe Sekunde. Am Ende hatte er die drittbeste Zeit der Tests zu Buche stehen und auf seinen weltmeisterlichen Teamkollegen Jorge Lorenzo nur 0,113 Sekunden eingebüßt. Fans des Italieners dürfen sich 2013 wieder berechtigte Hoffnungen auf Siege ihres Idols machen.

Ducati: Vieles neu, doch noch immer schwach

Die Gesichter bei Ducati waren am Ende der Tests ganz schön lang. Auf Pedrosas Bestzeit fehlten zwei Sekunden, sogar Cal Crutchlow, Alvaro Bautista und Stefan Bradl waren außer Reichweite. Und selbst Tech3-Rookie Bradley Smith war an den letzten beiden Tagen schneller als Ex-Weltmeister Nicky Hayden, dem schnellsten Ducatisti in Sepang. Zu allem Überfluss klassierte sich Pramac-Neuzugang Andrea Iannone am letzten Tag sogar hinter dem besten CRT-Piloten Aleix Espargaro. Die Übernahme durch Audi, die Personalrochaden in der Teamführung und der Weggang von Rossi hätten eigentlich den Aufbruch in eine neue (erfolgreichere) Ära einläuten sollen. Davon war in Sepang noch nichts zu sehen.

Magnetti Marelli hat noch viel Arbeit

Die für die CRT angebotene Einheitselektronik hat noch so ihre Tücken. "Wir haben vielleicht erst zehn Prozent des Potenzials erfasst", meinte Colin Edwards nach den Testfahrten. Diverse Kinderkrankheiten der ECU sollen aber mithilfe der umfangreichen Datensammlung aus Sepang bis zum zweiten Test ausgemerzt werden. "Bis zum nächsten Test wird Magnetti Marelli mit unserer Telemetrie arbeiten", gibt sich Hector Barbera zuversichtlich. Dass die Daten nicht noch viel umfangreicher waren, lag am Wetterpech: Den CRT waren schon am Sonntag und Montag zusätzliche Testtage eingeräumt worden, diese fielen aufgrund des heftigen Regens aber wortwörtlich ins Wasser.

Michael Höller, 08.02.2013

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