Lotus: Deshalb startete Grosjean so spät - Besser als erwartet

Romain Grosjean startete verspätet zum Testauftakt in Jerez. Der Lotus-Pilot erklärt die Gründe und wie sich das neue Auto anfühlt.

Während sich die Autos am Dienstagmorgen für ihre ersten Runden auf die Strecke begaben, wurde in der Lotus-Box noch mit Hochdruck am E21-Boliden gewerkelt. Erst eine Stunde nach Testbeginn konnte Romain Grosjean ins Auto klettern und die so wichtigen Testkilometer abspulen. Wie kam es bei Lotus zu dieser Verzögerung? Der Franzose klärte auf: "Es hat etwas länger gedauert als erwartet, um alle Teile ans Auto zu bringen. Ein paar Dinge kamen erst auf den letzten Drücker bei uns an. Deshalb starteten wir heute etwas später, aber das Team hat richtig Gas gegeben."

Am Ende brachte es Grosjean auf 54 Runden und die drittschnellste Zeit des Tages, die man jedoch nicht überbewerten sollte. 1:19.796 Minuten benötigte er für seine beste Runde am Dienstag und konnte - oder wollte - sich anschließend nicht einmal mehr an die Reifen erinnern, die er auf seiner schnellsten Runde drauf hatte. "Wir hatten auf den verschiedenen Mischungen etwa gleich schnelle Rundenzeiten", meinte er nur. "Jerez ist eine spezielle Strecke: Es ist kalt und wir leiden etwas unter Graining an der Front, deshalb sind die Longruns nicht ganz einfach."

Für den weiteren Verlauf der Saison sah Grosjean in diesem Umstand jedoch kein Problem, schließlich gehört Jerez nicht zum Rennkalender der anstehenden Saison. Von Jenson Buttons Bestzeit war er dennoch etwas beeindruckt: "McLaren war am Ende des Tages sehr schnell und wir wussten, dass sie eines der schnellsten Autos haben würden. Für uns ist es gut zu wissen, was sie leisten können. Hoffentlich können wir simulieren, was sie tun." Grosjean fehlten rund neun Zehntelsekunden auf Buttons Bestzeit.

Das erste Gefühl mit dem E21 sei jedoch zufrieden stellend gewesen, Balance und Gripverhalten hätten sich im Vergleich zum Vorgänger verbessert. "Es ist gut, dass wir uns in der vergangenen Saison mit dem Coanda-Auspuff vertraut gemacht und ihn dieses Jahr am Auto haben. Der Wagen kommt zusammen", so der Teamkollege von Kimi Räikkönen. "Das Auto fühlte sich besser an als erwartet, das erste Gefühl - auch mit dem Setup - war gut." Die Fein-Einstellungen spielen zu Beginn eine untergeordnete Rolle, das allgemeine Verständnis für das Auto hat höhere Priorität. Lotus verzichtete am Dienstag komplett darauf, das Setup zu verändern.

Nachdem das Team zum Start etwas Zeit verlor, soll das Arbeitspensum für den Mittwoch ausgebaut werden. Grosjean sitzt erneut am Steuer, bevor Räikkönen an den beiden folgenden Tagen seine E21-Premiere feiern wird. "Wir wollen mehr Runden fahren", sagte Grosjean. "Dazu weitere Reifentests durchführen und noch ein paar andere Sachen ausprobieren. Am Nachmittag stehen dann weitere Longruns auf dem Programm."

Robert Seiwert, 05.02.2013

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