Rossiter in Jerez wohl im zweiten Force India - Vom Simulator in den VJM06

Simulatortester James Rossiter wird beim Jerez-Test kommende Woche möglicherweise für Force India fahren, da das Team noch keinen zweiten Einsatzfahrer hat.

Unverhofft kommt oft: James Rossiter könnte kommende Woche die Ehre zuteil werden, den brandneuen Force India VJM06 über den Kurs im südspanischen Jerez zu pilotieren - das sickerte am Rande der Vorstellung des Boliden für 2013 durch. Rossiter, der eigentlich für die Simulatorarbeit der britisch-indischen Truppe zuständig ist, könnte davon profitieren, dass das Team von Vijay Mallya immer noch keinen zweiten Einsatzpiloten für die anstehende Saison bekanntgeben hat. Neben dem etatmäßigen Tester der vergangenen Saison, Jules Bianchi, und Ex-Pilot Adrian Sutil, soll sich auch noch Bruno Senna im Rennen um das begehrte letzte Mittelfeldcockpit befinden. Ob an der Fahrerfront jedoch rechtzeitig zum Testauftakt eine Einigung erzielt werden kann, ist fraglich.

Nach derzeitigem Stand soll sich Rossiter daher auf einen Einsatz vorbereiten, um im Fall der Fälle einspringen zu können. Vier aufeinanderfolgende Testtage will das Team dem einzigen bisher verkündeten Stammfahrer Paul di Resta scheinbar nicht zumuten. Bob Fernley, Stellvertretender Teamchef bei den Indern, bestätigte die Überlegungen, wies aber auch darauf hin, nicht zu glauben, dass man ob der aktuellen Fahrersituation einen Nachteil habe. "Die meiste Arbeit, die in Jerez ansteht, sind Systemchecks. Das kriegen wir mit Paul im Notfall auch alleine hin." In Bezug auf einen Einsatz Rossiters erklärte Fernley: "Das ist eine Möglichkeit." Zwischen 2006 und 2008 war Rossiter bereits als Testfahrer für Honda und Super Aguri in der Formel 1 tätig.

Vergangene Saison fuhr er für Lotus in der Sportwagenweltmeisterschaft. Mit der Materie bei Force India sei der Brite ohnehin bestens vertraut, so Fernley. "Viel von der Entwicklungsarbeit geschieht ja im Simulator und da ist James sowieso unsere Referenz." Dass der zweite Einsatzpilot einen großen Nachteil durch das Versäumen den ersten Tests habe, glaubte der Vize-Boss derweil nicht. "Ich denke nicht, dass das einen Unterschied macht. Man sollte nicht vergessen, dass der Großteil der Arbeit ohnehin im Simulator verrichtet wird. Die Streckenzeit ist zwar schön, aber dann müssen auch die Bedingungen vor Ort passen." Wenn beim zweiten und dritten Test in Barcelona alles funktioniere, würde das laut Fernley völlig ausreichen.

Frederik Hackbarth, 01.02.2013

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