Ricciardo hofft auf besseres Auto - Auf der Suche nach Abtrieb

Daniel Ricciardo wünscht sich einen konkurrenzfähigeren Boliden. Verbesserungsmöglichkeiten gäbe es bei der Aerodynamik. Eine Höckernase gibt es wohl nicht.

Die vergangene Saison war ein Rückschlag. Toro Rosso fiel in der Teamwertung im Vergleich zum Vorjahr nicht nur vom achten auf den neunten Platz zurück, mit 26 Zählern fuhr die Talentschmiede von Red Bull auch deutlich weniger Punkte ein als 2011. Der Hauptgrund für den rapiden Performanceabfall war allerdings nicht die fehlende Erfahrung der Fahrerpaarung Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne, sondern die deutlich verminderte Konkurrenzfähigkeit des Autos. Die Flaute forderte auch ein prominentes Opfer: Technik-Chef Giorgio Ascanelli wurde zur Saisonmitte vom früheren Sauber-Mann James Key ersetzt.

Daniel Ricciardo hofft, dass er in seinem Auto im kommenden Jahr wieder um Plätze im Mittelfeld kämpfen kann. Grundvoraussetzung dafür seien Verbesserungen bei der Aerodynamik. "Wir brauchen vor allem mehr Abtrieb", sagte der Australier bei Pitpass. "Und ein gutes Entwicklungsprogramm für das gesamte Jahr." Wie sein neuer Renner aussehen werde, verriet er noch nicht, aber er deutete zumindest an, dass die ausgefallene Höckernase, die im Vorjahr die Formel 1 revolutioniert hatte, wohl der Vergangenheit angehört. "Ich werde es mir nicht mit dem Team verscherzen, bevor die Saison überhaupt schon angefangen hat", sagte der Toro-Rosso-Pilot. "Aber ich kann sagen, dass das Design ein bisschen konventioneller ist als im Vorjahr. Solange es schnell ist, fahre ich ohnehin jedes Auto."

Schnell will im nächsten Jahr auch Ricciardo sein, der seine zweite komplette Saison in der Königsklasse absolviert. Der 23-Jährige kämpft zusammen mit Teamkollege Vergne um ein Cockpit bei Schwester-Rennstall Red Bull. 2014 könnte der Sitz, den derzeit Mark Webber inne hat, frei werden. Besonderen Druck verspürt Ricciardo deshalb allerdings nicht. "Wir sind noch nicht einmal die Tests für 2013 gefahren", meinte er. "2014 ist im Moment sehr weit weg. Alles, was ich Moment sagen kann, ist, dass es mit einer so großen Veränderung beim technischen Reglement sehr interessant werden wird."

Generell zeigte sich der Youngster zuversichtlich, dass er 2013 ein gutes Ergebnis einfahren werde. Die Einschätzung einiger Experten, er sei ein guter Qualifyer, würde die gute Ausgangsposition im Rennen aber zumeist verspielen, teilt er ohnehin nicht. "Das ist eine sehr vereinfachte Darstellung der Situation", sagte Ricciardo. "Ich hatte einige sehr starke Rennen. Aber es hat anscheinend Zeiten gegeben, in denen es für jene, die nicht voll im Bilde sind, so ausgesehen hat."

Olaf Mehlhose, 23.01.2013

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