Wolff fühlt Verpflichtung gegenüber Williams - Kein Interessenskonflikt

Toto Wolff sieht keinen Interessenskonflikt darin, dass er Anteile von Mercedes Benz und Williams besitzt.

Früher selbst Rennfahrer, heute Motorsport-Verantwortlicher bei Mercedes-Benz. Toto Wolff hat sich in den letzten 20 Jahren zu einem der wichtigsten Männer im F1-Zirkus hochgearbeitet. "Es ist sehr wichtig, sich selbst einzuschätzen", verriet der Österreicher bereits in einem früheren Interview mit dem Motorsport-Magazin. Aktuell besitzt Wolff sowohl Anteile an Mercedes-Benz als auch an Williams - für manche ein Interessenskonflikt, nicht aber für Wolff.

"Ich bin in meiner operativen Funktion bei Williams ausgeschieden. Das war wichtig. Aus Investmentsicht beißt es sich nicht, weil aus meiner Verbindung zu Williams ein reines Finanzinvestment geworden ist", erklärte Wolff. Langfristig will er allerdings seine Anteile bei Williams verkaufen. "Wenn man in einem Team Gesellschafter ist, dann hat man auch eine moralische Verpflichtung dem Team gegenüber", stellte der 41-Jährige klar.

"Ich gehe gerade eine neue, operative Tätigkeit ein, die zu 100 Prozent meiner Aufmerksamkeit bedarf, das heißt aber nicht, dass ich mich von heute auf morgen von der einen Geschichte verabschiede", fuhr er fort. Sein Fokus liegt aber ganz klar darauf, mit Mercedes Erfolge einzufahren, daher kommt es für ihn momentan auch nicht in Frage mehr als ein Anteilseigner bei Mercedes zu werden. "Ich habe gerade erst mit meiner Arbeit begonnen und freue mich, ein Mindestgesellschafter zu sein. Wir sind ein Mercedes-Rennteam und das soll auch so bleiben, daher wird die Kontrolle stets bei Daimler bleiben", sagte Wolff.

Neben dem sportlichen Erfolg geht es dem Geschäftsmann Toto Wolff auch um den finanziellen Erfolg. "Das gute an der Formel 1 ist, dass sich mit dem sportlichen Erfolg auch der finanzielle einstellt", sagte der Österreicher. Bereits im Dezember führten Mercedes und er Gespräche über eine mögliche Nachfolge von Norbert Haug. "Wir sind relativ schnell zu einer Einigung gekommen, weil wir in die gleiche Richtung wollten. Ich wollte als Unternehmer fungieren und Daimler wollte einen Partner, der sich finanziell beteiligt. So haben wir es dann auch gemacht", erzählte Wolff.

Kerstin Hasenbichler, 22.01.2013

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