Ferrari: Einfluss auf Force-India-Entscheidung? - Bianchi soll Fahrpraxis sammeln

Die Bekanntgabe der Fahrerpaarung bei Force India steht weiter aus - Ferrari als Zünglein an der Waage pro Jules Bianchi?

Seit Jahren ist Jules Bianchi Teil des Juniorenkaders bei Ferrari - kein Wunder also, dass die Roten aus Maranello versuchen, für ihren ungeschliffenen Rohdiamanten für kommende Saison ein Einsatzcockpit in der F1 zu finden. Nur bei Caterham und Force India gibt es noch einen Platz, bei Letzteren war Bianchi bereits 2012 als dritter Fahrer engagiert und sammelte bei Test- wie Freitagseinsätzen Erfahrung. Glaubt man den Gerüchten auf dem Fahrermarkt, ist das Rennen um den noch offenen Platz an der Seite von Paul di Resta ein Zweikampf zwischen dem Franzosen und Adrian Sutil.

Die Ferrari-Fürsprache könnte nun jedoch den Ausschlag zugunsten Bianchis geben. Als Druckmittel soll Ferrari die Möglichkeit einsetzen, Force India im Gegenzug ab 2014 mit Motoren auszurüsten - derzeit werden die Boliden des Teams aus der Nähe von Silverstone von Mercedes-Aggregaten befeuert. Der Kontrakt mit den Deutschen endet jedoch nach der Saison - den Umstieg auf die V6-Turbos könnte man dann auch gleich zum Lieferantenwechsel nutzen. Die Italiener könnten hingegen davon profitieren, wenn Bianchi Rennkilometer sammeln kann, um eines Tages als Massa-Nachfolger zum Hauptteam zurückzukehren.

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali räumte beim alljährlichen Wrooom-Event der Scuderia in Madonna di Campiglio nun ein, dass man versuche, für seinen Nachwuchsstar ein Cockpit zu ergattern. "Jules ist Teil unserer Fahrerakademie und wir versuchen, eine Lösung für ihn zu finden", so der Italiener. "Letztes Jahr war er Force Indias dritter Pilot und wir wollen, dass er weiter wachsen und seinen Wert zeigen kann", erklärte der 47-Jährige, der jedoch auch einräumte, dass es noch nichts Offizielles zu vermelden gäbe.

Frederik Hackbarth, 16.01.2013

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