Die WRC-Neuerungen 2013 - So läuft das Jahr eins nach Loeb

Neue Klassen, neue Hersteller, neue Fahrer und Sebastien Loeb wird nicht mehr Weltmeister - 2013 ändert sich in der Rallye-WM so einiges.

Die Rallye-Piloten haben traditionell die kürzeste Winterpause von allen Motorsport-Profis. Am 15. Januar starten Sebastien Ogier, Mikko Hirvonen und Co. in Monte Carlo in die neue Saison.

Vieles wird 2013 anders laufen als noch im Vorjahr: Sebastien Loebs Teilrückzug, der Einstieg von VW und die damit einhergehenden Personal-Rochaden sind nur ein Aspekt. Motorsport-Magazin.com wirft einen Blick auf die wichtigsten Neuerungen der kommenden Saison.

Kalender und Klassen

Keine völlig neue Rallye, aber mehrere Terminrochaden bietet der Rennkalender in dieser Saison: Australien löst nach dem Rotationsprinzip Neuseeland ab und wird als 10. von 13 Läufen Mitte September gefahren. Das Finale kehrt von Katalonien nach Wales zurück, die Rallye Sardinien rückt vom Vorjahres-Termin Ende Oktober auf das vorletzte Juni-Wochenende nach vorne. Der Termin für die Rallye Deutschland wurde erneut auf Ende August gelegt. Der Start erfolgt am 23. erstmals in Köln, wo die Fahrer vor dem Dom zur offiziellen Präsentation Aufstellung nehmen. Danach wartet unter anderem eine Nachtprüfung im Bereich Sauertal auf die Piloten, ehe am 25. in Trier die Zielflagge fällt. Auch in Mexiko und Schweden kommen einige neue Sonderprüfungen dazu. Power Stages bleiben weiterhin im Programm. Diese müssen künftig aber am letzten Tag einer Rallye gefahren werden und mindestens 15 Kilometer lang sein.

Die sperrigen Kürzel PWRC und SWRC gehören der Vergangenheit an. 2013 ist die WM in die Klassen WRC, WRC-2 und WRC-3 unterteilt. Die WRC-2 umfasst Fahrzeuge der Gruppen R4, R5, S2000 sowie N, für letztere gibt es zudem einen eigenen Pokal. In der WRC-3 dürfen sich Fahrer in frontgetriebenen Autos der Gruppen R1, R2 und R3 duellieren. In der wiederbelebten Junior-WRC sind Fahrer bis zum Alter von 26 Jahren startberechtigt. Einheitsauto dieser Klasse ist der Fiesta R2.

Fahrer- und Hersteller-Wechsel

Es ist das Jahr eins nach Sebastien Loeb. Der neunfache Weltmeister wird in dieser Saison nur in Monte Carlo, Schweden, Argentinien und Frankreich zu bewundern sein. Die Hoffnungen von Citroen auf den Fahrer-Titel liegen daher auf Mikko Hirvonen und Rückkehrer Dani Sordo. Da Abu Dhabi künftig als Namenssponsor des Citroen Total WRT fungiert, steht ein DS3 WRC auch für Khaleed Al Qassimi bereit, der in Monte Carlo aber noch fehlt.

Debütant Volkswagen startet mit Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala in die Saison. Ab dem vierten Lauf in Portugal wird der zweifache IRC-Champion Andreas Mikkelsen das VW-Trio komplettieren.

Die Fiesta RS WRC des nicht mehr existenten Werksteams werden weiter von M-Sport unter finanzieller Mithilfe von Katar (tritt auch als Namenssponsor auf) eingesetzt. Die FIA gestand dem Team von Malcolm Wilson sogar den Status eines Herstellers zu. Neben Mads Östberg starten Evgeny Novikov und Thierry Neuville beim Auftakt in Monte Carlo im Fiesta WRC. Sobald sich Nasser Al-Attiyah von den Strapazen der Dakar erholt hat, soll auch er zum fixen Aufgebot gehören. Bis dahin ersetzt ihn Juho Hänninen. Martin Prokop ist mit seinem Czech National Team erneut dabei.

MINI bleibt - trotz Beendigung des Werkseinsatzes - ebenfalls in den Starterlisten. Der Pole Michal Kosciuszko wird mit der italienischen Lotos-Mannschaft die gesamte Saison bestreiten. Auch Prodrive hat die Absicht, einige Rallyes zu fahren, fehlt beim Auftakt in Monte Carlo aber noch. Daneben gibt es mehrere Fahrer, die nur vereinzelt in den Starterlisten auftauchen werden. In Monte Carlo komplettieren etwa die Franzosen Bryan Bouffier (DS3) und Julien Maurin (Fiesta) die 13-köpfige Armada an World Rallye Cars.

Hyundai beabsichtigt in einem i20 ebenfalls an einigen Rallyes teilzunehmen, um sich auf eine komplette Saison 2014 vorzubereiten. Zur exakten Event-Auswahl sowie möglichen Piloten äußerten sich die Koreaner bislang noch nicht.

Promoter-Suche hat ein Ende

2013 soll die Rallye-WM auf dem Werbe- und TV-Markt wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Mit Red Bull Media House und the sportsman media group hat die FIA ihren neuen WM-Promoter gefunden. Einher geht ein Wechsel der TV-Produktionfirma (künftig Hosting Broadcast Services) sowie ein Wechsel des Tracking- und Zeitnehmungs-Partners (künftig Sistemas Integrales de Telecomunicacion/SIT). Im deutschen Fernsehen soll n-tv regelmäßig über die Rallye-WM berichten.

Michael Höller, 10.01.2013

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