Gascoyne will die Budgetgrenze - Ausgabe-Wahnsinn stoppen

Mike Gascoyne will, dass dem wahnsinnigen Geldverbrennen in der Formel 1 ein Ende bereitet wird. Doch seiner Meinung nach profitieren auch die Regelmacher.

Die Budgetgrenze will das Fahrerlager nicht verlassen. Seit dem Vorschlag von Bernie Ecclestone, eine Lightversion der Maximalausgaben einzuführen, ist das Thema wieder in aller Munde. Auch Caterham-Chefingenieur Mike Gascoyne setzt sich für eine Begrenzung der Ausgaben ein. In einer Zeit, in der häufig über soziale und ökologische Fragen debattiert wird, sieht er die Ausgabenpolitik in der Formel 1 kritisch. Caterham hatte sich für die Saison 2010 ursprünglich unter der von Max Mosley festgelegten Budgetgrenze von 50 Milionen Dollar eingeschrieben.

"In den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren gab es eine Ära, in der es einfach ein Ausgabenkrieg war", blickt der Engländer gegenüber Crash.net zurück. "Sie haben versucht, das zu ändern und Max Mosleys Ausgabengrenze ist etwas, das ich noch immer voll und ganz unterstütze, denn die Teams geben noch immer rund 300 Millionen Pfund (360 Millionen Euro) für zwei Fahrzeuge und 20 Rennen in der Formel 1 aus. Wie ist so etwas in einer Zeit, in der ökologisches und sozial verantwortliches Handeln gefragt ist, zu rechtfertigen?"

Er untermauert das mit einem Szenario: "Wenn man 20 Caterhams in verschiedenen Farben um eine Strecke jagen würde, würde es niemandem auffallen. Es wäre vermutlich ein enges Rennen mit einer großartigen Atmosphäre und großartigem Sound." Derzeit sei die Lage problematisch: "Man muss nicht 300 Millionen Pfund ausgeben, aber man muss 250 Millionen in die Hand nehmen, wenn der Nachbar 240 Millionen investiert. Und so fangen die Leute an, sich gegenseitig hochzupushen."

Die Lösung müsse daher sein, diesen Kreislauf zu durchbrechen: "Wir sollten das limitieren, wir benötigen eine Ausgabengrenze. Das Derzeitige ist Wahnsinn, aber solange die Regelmacher daraus Geld machen, weil sie es direkt einnehmen, wird es so bleiben."

Heiko Stritzke, 13.01.2013

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