Edwards dachte nie ans Aufhören - Ein Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag

Die Saison 2012 war für Colin Edwards eine eher zähe Angelegenheit. Dennoch kam es für ihn nie infrage, seine Karriere zu beenden.

Trotz seiner nicht gerade erbaulichen Saison mit dem Forward Racing Team hat Colin Edwards im abgelaufenen Jahr nie daran gedacht, den Helm an den Nagel zu hängen. Der Texaner war der erfahrenste Pilot auf einer CRT-Maschine und nach einem guten Auftakt in Katar ging es für ihn auf der Suter BMW nicht mehr so richtig vorwärts. Hinzu kam, dass er sich beim dritten Rennen in Estoril das Schlüsselbein brach. Dennoch stand es für ihn nie zur Debatte, seinen Zweijahres-Vertrag mit dem Team vorzeitig zu beenden.

Schon als im September in Misano bestätigt wurde, dass Edwards 2013 weiter mit Forward Racing fahren würde, meinte er zu Motorsport-Magazin.com: "Als wir voriges Jahr den Deal machten, sagte ich Giovanni [Cuzari, CEO von Media Action], dass ich das nicht nur ein Jahr machen will. Ich wollte nicht nur ein Jahr herkommen. Ich habe viel Arbeit reingesteckt und will dann nicht weggehen. Ich wollte herkommen und etwas aufbauen. Darum drehte sich das alles: CRT, die neuen Regeln, alles änderte sich. Ich bin wohl der Fahrer mit der meisten Erfahrung bei den CRTs, also wollte ich mit ihnen etwas aufbauen. Das war der ganze Sinn dahinter. Es wäre also schade, jetzt wegzugehen."

Die richtige Zeitzone

Bei MCN bestätigte er nun, dass er nie auch nur darüber nachgedacht hatte, die Karriere zu beenden. "Wir hatten Probleme mit der Maschine, aber sie funktionierte an einigen Orten. Wenn es eben war und keine Bodenwellen gab und wenn wir die Elektronik in die richtige Zeitzone bekamen, dann funktionierte es. Aber ich dachte nie wirklich daran, mich zu verabschieden. Ich habe einen Vertrag mit meinem Team unterzeichnet und bin entschlossen, den auch einzuhalten", erklärte er.

Er wird seinen Vertrag im kommenden Jahr allerdings nicht auf einer Suter BMW sondern auf einer FTR Kawasaki erfüllen. Edwards selbst äußerte sich sehr glücklich darüber, ein anderes Motorrad zu bekommen. "Diese neue Maschine funktioniert und fühlt sich gut an. Auf dem anderen Motorrad fühlte ich mich wie ein Affe, der einen Football vögelt. Ich hatte nie ein Gefühl und saß einfach nur drauf. Auf dem neuen Bike habe ich viel Gefühl dafür, was passiert", sagte Edwards.

Mehr Risiko

Weil es für ihn mit der Suter nicht so lief, musste der Texaner nach eigenen Angaben mehr Risiken nehmen als in den zehn Jahren davor. Das brachte ihn dann auch zu folgender Aussage: "Meine Frau sagte, ich müsste zehn Mal so viel gezahlt bekommen, um so viel Risiko einzugehen. Letztendlich liebe ich es immer noch, Motorräder zu fahren und ich musste mich mit dem abfinden, was ich dieses Jahr fuhr, um hoffentlich ein besseres Paket zu bekommen. Ich nehme an, wenn man ein CRT-Bike wählen könnte, wäre wohl die Aprilia das mit Abstand beste. Sie hat die CRT-Meisterschaft gewonnen, also ist das ein ziemlich gutes Paket. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Kawasaki zum Laufen kriegen. FTR hat ein paar gute Leute, die lernen wollen, wobei das existierende Paket schon gut läuft."

Falko Schoklitsch, 21.12.2012

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