Ferrari-Boss: Ecclestone-Solo nicht zeitgemäß - Keine Ein-Mann-Show mehr

Luca di Montezemolo hofft, dass Bernie Ecclestone heil aus dem Banker-Skandal herauskommt. Doch so oder so sei dessen Führungsstil nicht mehr zeitgemäß.

Luca di Montezemolo und Bernie Ecclestone waren sich in dieser Saison nicht immer grün. Es sei einmal dahingestellt, ob es sich bei den gegenseitigen Stichelen nach Ferraris Getriebe-Siegelbruch in Austin um ernsthafte Konflikte handelte. Konkreter könnte die Angelegenheit um den F1-Zampano werden, sollte er im Rahmen der Gribkowsky-Affäre wirklich verurteilt werden. Das würde nicht nur Ecclestone, sondern auch der Formel 1 schaden, sagte Montezemolo. "Zuerst einmal hoffe ich für Bernie und die F1, dass nichts passiert", so der Ferrari-Präsident während der Weihnachtsfeierlichkeiten in Maranello.

Sollte Ecclestone im Banker-Skandal um die BayernLB nicht heil herauskommen, würde das wohl gleichzeitig sein Ende an der Spitze des Sports bedeuten. Zumindest glaubte Montezemolo daran: "Wenn Bernie angeklagt wird, denke ich, dass er der Erste sein wird, der zum Wohle der Formel 1 einen Schritt zurücktritt. Das könnte schlecht sein für die Formel 1." Irgendwann wird Ecclestone auch aus Altersgründen seinen Platz räumen, auch wenn der 82-Jährige erst kürzlich betonte, dass noch kein Ende in Sicht sei.

Für Montezemolo wird es jedoch Zeit für Veränderung, schließlich bleibt die Welt nicht stehen sondern entwickelt sich weiter - und damit auch die Belange der Formel 1. Ecclestones kleine Diktatur sei demnach nicht mehr zeitgemäß. "Wir brauchen Leute mit moderneren Ansichten", so der Scuderia-Boss. "Ich sage immer zu Bernie, dass die Ein-Mann-Show vorbei ist. Du brauchst ein Team um dich herum. Das muss man positiv infrage stellen und nach vorn blicken." Auch Montezemolo, der mächtige Mann in Maranello, werde nicht ewig als Chef von Ferrari tätig sein. "In ein paar Jahren werde ich nicht mehr der Mann für Ferrari sein", sagte er. "Jemand anders wird kommen und früher oder später passiert das auch mit Bernie."

Robert Seiwert, 21.12.2012

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