Webber: Zu viel gewollt - Fehleranalyse & Kampfansage

Mark Webber führt den Leistungsabfall in der zweiten Saisonhälfte auf fehlende Konstanz zurück. Den WM-Titel traut er sich weiterhin zu.

In der ersten Saisonhälfte war Mark Webber noch ein ernst zu nehmender Titelkandidat. Nach dem Rennen in Silverstone, dass er gewann, befand sich der Red-Bull-Fahrer in Schlagdistanz zum damaligen WM-Führenden Fernando Alonso. Und Weltmeister Sebastian Vettel lag sogar hinter seinem Teamkollegen. Nutzen konnte Webber die gute Ausgangsposition bekanntermaßen nicht: Aus den verbleibenden elf Rennen holte er nur noch 63 Punkte und schloss das Jahr 2012 auf Platz sechs der Fahrerwertung ab. Immerhin: Der Grund für den Leistungsabfall in der zweiten Saisonhälfte scheint gefunden.

Vor allem an Konstanz habe es gemangelt, meinte er: beim Team - und auch bei ihm. "Ich habe versucht, die Dinge zu zwingen. Ich war nicht bereit, mich mit Platz fünf oder sechs zufrieden zu geben", erklärte er. "In dieser Saison wäre aber genau das nötig gewesen. Das ist nicht immer leicht, aber manchmal muss man es tun." Aus diesem Grund sei er trotz des vorhandenen Speeds nicht in der Lage gewesen, in den Titelkampf einzugreifen. "Der Start in das Jahr war gut, aber dann kamen drei Rennen in denen wir Probleme mit dem Diffusor hatten. Ein paar Strafen kamen erschwerend hinzu."

Es sei die Summe der vielen kleinen Fehler gewesen, die ihn letzten Endes die Chance auf die Meisterschaft gekostet habe. "Letzten Endes waren wir einfach nicht stark genug. Wir haben aus dem, was wir hatten, nicht das Maximum rausgeholt", sagte Webber. Begraben will er seinen Traum vom Titel auch im fortgeschrittenen Rennfahrer-Alter von 36 jahren nicht, stellte Webber klar. Dass das Potenzial für einen WM-Erfolg vorhanden sei, habe er mit seinen Siegen in Monaco und Silverstone unter Beweis gestellt.

"Der England Grand Prix war fantastisch - und wir haben ihn gegen Fernando Alonso gewonnen", unterstrich Webber. "In Monaco zu gewinnen, war für mich das Highlight des Jahres, vor allem, weil wir am Samstagmorgen noch große Probleme hatten." Die Herausforderung für 2013 bestehe nun darin, solche Leistungen über den Verlauf der gesamten Saison zu zeigen. Gewachsen fühlt sich Webber der Aufgabe allemal. "Ich muss genau so weitermachen, weiter Rennen gewinnen, dass ist etwas, zu dem ich sicherlich fähig bin."

Olaf Mehlhose, 11.12.2012

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