Rückblick 2012: Susie Wolff - Das verflixte siebte Jahr

Trotz einer erneuten Nullrunde und der im Endergebnis schlechtesten Saison ihrer Karriere verlässt Susie Wolff erhobenen Hauptes die DTM.

Ein gelungener Abschluss einer sieben Jahre dauernden DTM-Karriere sieht anders aus. Für Susie Wolff war es 2012 eher das verflixte siebte Jahr. Die Schottin konnte keinen einzigen Punkt sammeln und schloss ihr Abschiedsjahr als 22. und Letzte der Fahrerwertung ab - ihr schlechtestes Karriereergebnis.

Die beste Startposition erzielte sie jeweils mit Rang 19 am Lausitzring, Norisring und in Zandvoort. Der Sprung ins Q2 blieb ihr damit stets verwehrt. Daher stand sie in jedem Rennen vor der Mammutaufgabe, in dem eng umkämpften Feld so viele Plätze wie möglich gutzumachen. Dabei wurde sie oft im Gerangel mit Schäden am Auto zurückgeworfen. So stehen zwei 12. Ränge vom Saisonauftakt in Hockenheim und aus Zandvoort als beste Ergebnisse zu Buche. Ausfälle musste sie sowohl vor heimischer Kulisse in Brands Hatch, als auch auf dem Norisring und in Oschersleben hinnehmen.

Nach ihren letzten 430 Runden, 1.546 Kilometern und einer größtenteils enttäuschenden Saison verließ Wolff daher die DTM mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Ich hätte mich gerne mit einem besseren Resultat als Platz 13 von meinen Fans verabschiedet, doch ich freue mich jetzt auf den neuen Abschnitt in meinem Leben", erklärte sie nach dem Saisonfinale in Hockenheim. Die Schottin gestand, etwas anderes erwartet zu haben, doch es sei nicht so gut gelaufen wie erhofft. "Ich hatte einfach nicht mehr so viel Spaß und Freude wie in den Jahren zuvor", erläuterte sie den Grund für ihren Rücktritt.

Immer wieder Highlights

Obwohl ihr der große Durchbruch nicht gelang und sie in ihrer DTM-Karriere über zwei siebte Plätze nicht hinauskam, wurde sie von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nur mit lobenden Worten verabschiedet. "Auch wenn Susie in der DTM nicht durch spektakuläre Ergebnisse glänzte, so setzte sie immer wieder Highlights - auf feuchter Bahn, im Regen, im Zweikampf und ihr Rennspeed war stets besser als ihre Startplätze das verhießen", so Haug. "Sie hatte ihre Präsenz in der DTM - im härtesten Wettbewerb - stets verdient."

Auch Wolff möchte ihre persönliche Bilanz nicht an Ergebnissen festmachen. "Ich habe stets alles gegeben und bin stolz darauf, was ich in meiner Motorsportkarriere auf höchstem Niveau erreicht habe", betonte sie. So gibt es noch ein Happy End für die 30-Jährige, die sich nun anderen Aufgaben widmen wird. Sie hat gemeinsam mit zwei Freundinnen die Agentur SpotOn Marketing gegründet, die auf Marketing und Kommunikation im Bereich Motorsport und der Automobilindustrie spezialisiert ist. Zudem ist sie als Entwicklungsfahrerin für Williams in der Formel 1 aktiv. Wo sie ihr Karriereweg letztendlich hinführt, verrät Wolff noch nicht. Doch trotz einer bescheidenen Ergebnisbilanz in der DTM sollten ihr einige Türen offen stehen.

Annika Kläsener, 10.12.2012

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