Autosport-Preise für Vettel, RB8, Sauber, Button - Die Gewinner des Auf und Ab

Nach einer Saison voller Auf und Ab durften Sebastian Vettel und Jenson Button am Samstag in London feiern. Peter Sauber und Red Bull konnten das auch.

Der dreifache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel kam am vergangenen Wochenende aus den Feierlichkeiten gar nicht mehr heraus. Nach seinem Showrun in Graz am Samstag war er am Sonntag in London, wo er bei den Autosport Awards als Rennfahrer des Jahres ausgezeichnet wurde - und das zum dritten Mal in Folge. Ebenfalls zum dritten Mal hintereinander erhielt das Dienstfahrzeug Vettels, nach dem RB6 und RB7 nun der RB8, die Auszeichnung als bestes Rennauto des Jahres.

Damit hatte sich der Bolide gegen das Le-Mans-Siegerfahrzeug von Audi, den DeltaWing und den Lotus E20 durchgesetzt. "Wir haben lange gebraucht, um Konstanz in das Auto zu bekommen. Trotz ein paar guter Rennen zu Beginn, wie Bahrain und Monaco, dauerte es bis Singapur, bis wir endlich diese Konstanz hatten", meinte Technikchef Adrian Newey. Vettel meinte, dass er wohl sein härtestes Jahr hinter sich hatte, in dem es viel rauf und runter ging. "Zu Beginn hatte ich vielleicht nicht das Auto, das ich wollte - im Rennen war es gut, aber im Qualifying war es schwierig für mich, diesen zusätzlichen Schritt zu finden", sagte er.

Alles ist passiert

Am Ende der Saison fühlte er sich aber wohler im Auto, konnte gut punkten und mit Vorsprung nach Brasilien fahren. "Als ich am Sonntagmorgen in Brasilien aufwachte, erwartete ich nicht, dass so viele Dinge passieren würden. Ich denke, die Saison wurde in dem Rennen zusammengefasst." Als er nach seiner Kollision in Runde eins verkehrt dastand, ging es ihm zunächst nicht so gut - besonders weil er nicht wusste, wie viel Schaden das Auto genommen hatte. "Ich merkte aber schnell, ich habe überlebt. Und danach passierte alles, was überhaupt passieren konnte."

Es ging gut aus und Vettel wunderte sich, wie schnell die Zeit vergeht. Er erinnerte sich an seinen ersten Freitagseinsatz mit BMW Sauber, der mehr als fünf Jahre zurückliegt. "Das klingt nach einer langen Zeit, aber es fühlt sich nicht so an. Man wird erwachsen, es gibt bestimmte Dinge, die man im Auto bemerkt, man sammelt Erfahrung, ist etwas entspannter. Ich hatte am Sonntag nach dem Rennen [in Brasilien] eine gute Nacht. Doch dann fühlte ich mich am nächsten Morgen so schlecht, ich dachte, ich muss in den Fitnessraum, um das loszuwerden. Und dann geht wieder alles von vorne los."

Button machte Horner glücklich

Auf den Neubeginn im nächsten Jahr hofft Jenson Button, der trotz einer schlechteren WM-Position als Lewis Hamilton als bester britischer Fahrer bei den Awards ausgezeichnet wurde. Er bezeichnete sein Jahr als Auf und Ab, wobei es mit dem Sieg in Brasilien ein gutes Ende fand. "Es gab so viele böse Ferrari-Fans, aber es war schön, Christian [Horner] glücklich zu machen. Ich freue mich darauf, das nächstes Jahr oft zu wiederholen", sagte er.

Den John Bolster Award für seine Errungenschaften im Motorsport durfte der mittlerweile zurückgetretene Teamchef Peter Sauber entgegennehmen. Das Sauber-Team ist seit 1993 in der Formel 1 und Peter Sauber hat es zu einer festen Größe im Grand-Prix-Sport gemacht. Er überstand auch schwere Zeiten mit dem Team, etwa als BMW im Jahr 2009 wieder ausstieg und die Zukunft der Mannschaft in den Sternen stand. Im Oktober 2012 hat er die Leitung des Rennstalls an Monisha Kaltenborn übergeben. "Ich bin sehr überrascht; das ist eine große Ehre für mich", sagte Sauber. "Es ist nicht einfach, 20 Jahre in der Formel 1 zu bleiben. Ich denke, Robert Kubicas Sieg [in Kanada] 2008 und der zweite Platz bei den Konstrukteuren 2007 sind meine stolzesten Momente."

Test mit McLaren gewonnen

Besonders groß war die Freude bei Formula Renault NEC Champion Jake Dennis. Er gewann den McLaren Autosport BRDC Award, für den er unter anderem eine Testfahrt in einem Formel-1-McLaren erhält. Zusätzlich dazu gab es 100.000 Pfund (rund 123.000 Euro), die Vollmitgliedschaft im British Racing Drivers' Club, eine Uhr und Renn-Outfits für ein ganzes Jahr. "Es ist sehr schwierig, in so einer Situation seine Emotionen auszudrücken. Es ist so eine Erleichterung, das zu gewinnen", sagte Dennis. Unter den früheren Gewinnern dieses Preises waren Button, David Coulthard oder IndyCar-Champion Dario Franchitti.

Falko Schoklitsch, 03.12.2012

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