Webber: RBR-Upgrade brachte WM-Wende - Hypothetische WM-Ausgänge sind irrelevant

Laut Mark Webber brachte erst das Update am Red Bull im letzten Teil der Saison die Wende im WM-Kampf. Über den verdienteren Titelträger denkt er nicht nach.

Rein äußerlich betrachtet lässt sich einfach sagen, die Formel 1 Weltmeisterschaft 2012 entschied sich in Brasilien. Dort kam es zum letzten Showdown zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso und dort konnte sich der Deutsche durchsetzen. Mark Webber sieht die Sache etwas anders. "Der entscheidende Moment im WM-Kampf zwischen Seb und Fernando war das Update, das Red Bull im letzten Teil der Saison brachte - angefangen in Singapur, danach folgten Verbesserungen in Japan und Korea", erklärte der Australier.

Nach Webbers Meinung machte Red-Bull-Technikchef Adrian Newey durch dieses Update ein bereits gutes Auto zu einem großartigen Auto. "Die Änderungen waren subtil, aber sie öffneten beim Auto ein ganz neues Leistungsfenster. Wir waren entschlossen, die Probleme zu lösen, die wir zu Beginn des Jahres am Auto hatten. Wir haben noch nicht alle beseitigt, was für nächstes Jahr eigentlich ermutigend sein sollte. Wir wissen, beim neuen Auto, dem RB9, ist noch viel Raum für Verbesserungen", meinte Webber in seiner BBC-Kolumne.

Beide WM-Anwärter waren stark

Weil der Red Bull nach dem Update so stark war, hieß es schnell, Vettel und Alonso kämpfen mit ungleichen Waffen. Alonso konnte dennoch lange dagegen halten und fuhr beinahe fehlerlos, weswegen Webber auch verstand, dass viele ihm den Titel gegönnt hätten. "Auf der anderen Seite kam Seb von sehr weit hinten wieder zurück - er war an einem Punkt sogar 40 Zähler zurück [nach dem Deutschland GP waren es sogar 44 Punkte] -, doch er brachte den Job zu Ende. Er nutzte es aus, als Fernando in zwei Rennen ohne sein Verschulden nicht dabei war - er wurde in Belgien und Japan beim Start abgeräumt, Seb war bei diesen Rennen Zweiter und Erster", erklärte Webber.

Der Australier sah ein, dass es immer zwei verschiedene Meinungen dazu geben wird, wer was geleistet hat. Er gab auch zu, dass man in diesem Jahr bei kaum einem Rennen die Feststellung getroffen hätte, dass der Ferrari superschnell ist. "Das habe ich im Kopf. Auf der anderen Seite ist es aber ihr Job, schnell zu sein. Man kann nicht sagen, Ayrton Senna hätte die Weltmeisterschaft 1993 gewinnen sollen. Er tat es nicht und in seinem McLaren wäre das auch nie gegangen. Der Williams, den Alain Prost fuhr, war zu stark. Als Senna und Prost im gleichen Auto waren, ging es dafür hin und her. Letztendlich hatten Seb und Fernando ein phänomenales Jahr. Man kann nicht alles einseitig betrachten und sagen, es hätte so oder so laufen sollen. Es ist so einfach, Hätte, Wäre und Wenn zu sagen. Seb gewann die Weltmeisterschaft und das war es."

Falko Schoklitsch, 30.11.2012

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