Kobayashi dankt Fans für finanzielle Unterstützung - Eine halbe Million innerhalb weniger Tage

Kamui Kobayashis Tage bei Sauber sind vorbei: Auf der Suche nach einem neuen Cockpit bat er seine Fans um Spenden - mit außergewöhnlich positiver Resonanz.

Das alte Lied vom Bezahlfahrer - 2012 ereilte es mit Kamui Kobayashi auch einen Piloten, der in der Königsklasse eigentlich als bereits etabliert galt. Über weite Teile der Saison im Schatten von Sergio Perez, wendete sich das Blatt jedoch zu seinen Ungunsten - bei Gesprächen über eine Vertragsverlängerung mit Sauber wurde dem Japaner seitens des Teams schnell klargemacht, dass er in Zukunft Geld mitbringen müsse. Am Vorhaben, dieses in ausreichendem Ausmaße aufzutreiben, scheiterte er - und damit letzten Endes auch sein Engagement. In einer verzweifelten Aktion versuchte Kobayashi dann in letzter Sekunde das Ruder noch einmal rumzureißen und ließ eine Internetseite online gehen, auf der seine Fans mit Spenden seine mögliche Mitgift aufbessern konnten.

Auch wenn das Projekt zumindest in Bezug auf den Sauber-Verbleib scheiterte, war der Japaner überwältigt von der Unterstützung, die ihm entgegengebracht wurde. Obwohl die Webseite nur ein paar Tage aktiv war, hatte sie bereits massives Interesse geweckt und eine halbe Million Pfund eingespielt. Bei Twitter bedankte sich Kobayashi: "Vielen Dank für die tolle Unterstützung. Am 27. November halten wir bereits bei 65.813.672 Yen." Zwar reicht die aktuelle Summe bei weitem noch nicht für ein Cockpit aus, doch sollte noch mehr Geld hinzukommen, könnten die Spenden in Zukunft noch einmal wichtig werden.

Bei Force India gibt es beispielsweise noch ein Cockpit - glaubt man den Gerüchten im Fahrerlager, geht dieses an den Meistbietenden, ähnlich wie es auch bei Caterham oder Marussia laufen könnte. "Wir müssen warten, dass noch mehr Geld zusammenkommt. Wir brauchen Geduld und ein Zeichen", so Kobayashi, der jedoch realistisch anfügte: "Es wird schwierig. Ich spreche mit einem anderen Team, aber es ist schwer, jetzt schon etwas zu sagen." Eine andere Wahl bliebe ihm im Moment ohnehin nicht. "Wenn ich nicht mit anderen Teams spreche, bedeutet das mein Karriereende", so der enttäuschte 26-Jährige.

Frederik Hackbarth, 27.11.2012

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