Hamiltons Ziel: Mit Mercedes ganz nach oben - Das wäre die größte Befriedigung

Lewis Hamilton betont, dass er nicht mit McLaren den einfachen Weg gehen wollte, sondern die Herausforderung Mercedes das war, was er brauchte.

Lewis Hamilton mag es mittlerweile vielleicht schon bereuen, für drei Jahre bei Mercedes statt McLaren unterschrieben zu haben, meinte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh vor kurzem. Hamilton selbst sieht das aber anscheinend anders. Denn er weiß, was für eine Aufgabe bei seinem neuen Arbeitgeber auf ihn wartet, doch sollten seine Pläne in den kommenden drei Jahren aufgehen, dann rechnet er mit einer Befriedigung, die er nach seiner Ansicht nicht hätte, wenn er mit McLaren ganz vorne landet.

"Ich könnte die einfache Route nehmen, bei einem tollen Team mit einem starken Auto bleiben und gutes Geld verdienen. Aber das will ich nicht. Ich will woanders hin, kämpfen und einem Team helfen, dass es schwer hat. Ich will ihnen helfen, dass sie verdammt nochmal an die Spitze kommen und gewinnen. Das wird das befriedigendste Gefühl, wenn wir es dorthin schaffen. Und wenn nicht, dann werde ich erst 31 Jahre alt sein", sagte Hamilton F1 Racing.

Es war emotional

Generell betrachtet musste er betonen, dass er einfach einen Tapetenwechsel brauchte und eine neue Herausforderung suchte - bereits seit längerem. "Es gab von vielen Leuten bestimmte Annahmen. Ich denke, Martin [Whitmarsh] nahm an, ich würde bleiben, daher war es sehr hart und emotional, als ich ihn anrief. Da gab es Emotionen... der Kopf rotierte. Das Herz kämpfte gegen den Kopf, aber ich fühlte mich gut und sagte nur: 'Machen wir es.'" In diesem Zusammenhang machte er sich aber nicht vor, dass er in den Mercedes steigen und sofort Erfolg haben wird.

Dabei ist Hamilton jemand, der nicht gerne verliert. Das störte ihn auch schon in diesem Jahr, als drei Siege und drei dritte Plätze als größte Erfolge bisher fünf Ausfällen gegenüberstanden. Dennoch glaubt er, dass die Herausforderung Mercedes genau das ist, was er jetzt braucht. "Ich kann nicht lügen, wenn ich nicht gewinne, ist das frustrierend, egal ob in diesem oder einem anderen Team. Ich habe viel Erfahrung damit, nicht zu gewinnen und ich habe früher gelernt, damit umzugehen. Ich glaube, wir können diese Siege letztendlich holen, aber es ist eher langfristig. 2014 ändern sich die Regeln mit den neuen V6-Turbos und den Autos massiv; alles beginnt von null."

Falko Schoklitsch, 14.11.2012

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