Crutchlow: War das ganze Jahr schneller als Dovi - WM-Position spiegelt den Speed nicht wider

Nach seinem Ausfall in Valencia musste Cal Crutchlow betonen, dass er trotz der schlechteren WM-Position das ganze Jahr schneller war als Andrea Dovizioso.

Er hatte sein letztes Saisonrennen zwar mit einem Ausfall beendet und damit von den letzten acht Läufen lediglich drei zu Ende gefahren, doch Cal Crutchlow war nach dem Saisonfinale in Valencia überzeugt, dass er vom reinen Speed her das ganze Jahr schneller war als Teamkollege Andrea Dovizioso. "In den letzten fünf oder sechs Rennen zeigten wir uns als die Dritt- oder Viertschnellsten auf der Strecke und einer von denen vor uns hört auf. Ja, Marquez kommt, aber ich bin zufrieden. Platz sieben in der WM zeigt nicht, wo wir ankommen hätten sollen. Wir hätten Fünfter sein sollen, aber es gab ein paar Fehler von mir und das [Benzin] Problem von Motegi, daher bin ich nicht Fünfter", sagte Crutchlow.

Zufrieden war er aber trotzdem, denn er glaubte, bewiesen zu haben, dass er Dovizioso bei der Pace im Griff hatte. "Auf jeder Strecke. Wir haben es nur nicht umgesetzt. Wenn man sich einfach nur den Speed ansieht, waren wir schneller - das ganze Jahr. Er hatte einfach die Konstanz und das liegt an der Erfahrung, das weiß ich. Ich werde als Erster zugeben, dass das mein Fehler ist. Aber ich fühle, dass wir gut waren. Wir haben den Speed gezeigt und hoffentlich können wir nächstes Jahr schnell und konstant sein", sagte der Brite.

An Pedrosa orientiert

In Valencia hatte es mit der Konstanz wieder einmal nicht geklappt, da Crutchlow auf dem Weg zum potentiellen Podestplatz zu Sturz kam. Der Yamaha-Satellitenfahrer hatte sich wie Dani Pedrosa nach der Aufwärm-Runde dazu entschieden, an die Box zu kommen und von der Maschine mit Regenreifen auf Slicks zu wechseln. "Ich wurde in der Aufwärm-Runde langsamer, um zu sehen, wer reinkommt. Ich stellte sicher, dass ich nahe am Ende des Feldes bin. Ich sah Dani reinfahren und dachte, wenn er reinfährt, mach ich das auch." Das Problem war nur, die Boxengasse war komplett überfüllt, weil keiner damit gerechnet hatte, dass die Fahrer nach der Aufwärm-Runde gleich reinkommen und dadurch fand der Brite seine Maschine fast nicht.

Er kam aber rechtzeitig auf das Motorrad und als es aus der Boxengasse losging, machte er keinen Druck, sondern folgte erst einmal Pedrosa und Nicky Hayden, der ebenfalls sein Motorrad gewechselt hatte. Das Überholen der Nachzügler gestaltete sich aber schwierig, denn die trockene Linie war nur sehr schmal. Crutchlow schaffte es schließlich aber an Hayden vorbei und konnte auch den sehr breiten Alvaro Bautista hinter sich lassen und Gas geben. "Ich war zusammen mit Dani der Schnellste auf der Strecke. Aber jedes Mal, wenn Dani eine schnelle Runde fuhr, wurde ich aufgehalten. Als ich stürzte, war Dani 24 Sekunden vor mir. Alleine in vier Runden holte er sieben Sekunden raus, weil er besser durch den Verkehr kam."

Testen macht kaum Sinn

Dass er dann stürzte, ärgerte ihn klarerweise, außerdem verletzte er sich seine Hand, obwohl er nicht wusste, ob er sich etwas gebrochen hatte. Er hatte jedenfalls einige Schmerzen und hatte nicht vor, am Dienstag und Mittwoch zu testen, sollte es regnen. "Wir haben nichts zu testen. Die Leute, die in die Klasse aufsteigen, sollen testen so viel sie wollen. Valentino wird sicher auch fahren. Wir werden am zweiten Tag nicht nach Aragon gehen. Das Werksteam fährt am zweiten Tag nach Aragon, weil sie dort auf besseres Wetter hoffen", sagte Crutchlow.

Falko Schoklitsch, 11.11.2012

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