Winkelhock/Basseng nach Unfall Weltmeister - BMW-Pilot Buurman verletzt

Das Münnich-Motorsport-Gespann Markus Winkelhock und Marc Basseng hat sich den dritten und letzten Titel der GT-WM gesichert - Entscheidung durch Kollision.

Die letzte Saison der FIA-GT1-Weltmeisterschaft hat ein unrühmliches Ende genommen. Im engen Duell um die Krone des Championats fiel zwar erst im finalen Lauf die Entscheidung, doch ausgerechnet durch eine Kollision der beiden vordersten Titelfavoriten. Aneinander gerieten der BMW Z4 des Olper Vita4One-Teams mit den Fahrern Bartels/Buurman sowie der SLS-Mercedes von Winkelhock/Basseng (All-Inkl.com Münnich Motorsport); beide Autos erreichten durch ihr Zusammenkommen nicht das Ziel, was jedoch den Gewinn der Meisterschaft zugunsten letzterer Mannschaft bedeutete.

Der folgenreiche Unfall ereignete sich zirka 30 Minuten vor dem Ende des Hauptrennens im englischen Donington. Nach einem äußerst engen Kampf über mehrere Runden hinweg attackierte Yelmer Buurman den auf Rang sieben liegenden Markus Winkelhock unmittelbar nach der Start-und-Ziel-Geraden, doch nahezu gleichauf liegend berührten sich die beiden Boliden - während der BMW-Pilot daraufhin geradewegs in die Streckenbegrenzung raste, drehte sich wenige Meter weiter auch sein Rivale von der Piste.

Bartels nach Zwischenfall außer sich

Buurman konnte seinem Fahrzeug in der Folge nicht ohne Hilfe von außen entsteigen. Nachdem die Rettungskräfte den Niederländer geborgen hatten, wurde er in das medizinische Versorgungszentrum von Donington Park transportiert. Genaue Informationen über den Gesundheitszustand des 25-Jährigen stehen bis dato nicht zur Verfügung. Winkelhock stieg kurz nach dem Abfliegen seines Wagens unverletzt aus. Zwar suchte er sofort und ohne sichtliche Emotionen den Weg zu seinem Mitstreiter, doch die Streckenposten verwiesen ihn des Gefahrenbereichs.

In der Boxengasse herrschte hingegen große Aufregung. Vita4One-Teamchef und Buurmans Fahrerpartner Michael Bartels tobte wutentbrannt in Richtung der Münnich-Garage. Dort angekommen rief er lauthals "Ihr seid keine Weltmeister!" durch die schier regungslosen Reihen der Friedersdorfer Truppe. Der Deutsche beschimpfte die Fahrweise der Mercedes-Piloten als das Unfairste, was er je gesehen habe. Im Anschluss wurde das Rennen rund eine Viertelstunde vor Ablauf der Uhr mit der roten Flagge beendet. Markus Winkelhock und Marc Basseng waren somit die neuen GT-Weltmeister, obwohl sie im Nachhinein disqualifiziert wurden - Bartels und Buurman blieben ob ihres Ausfalls punktlos.

Sieg für Hexis-McLaren

An der Spitze des Feldes wurde beinahe unbemerkt der McLaren von Hexis Racing als das siegreiche Fahrzeug abgewinkt. Frédéric Makowiecki und Stef Dusseldorp tüteten damit ihren zweiten Erfolg an diesem Wochenende ein - schon am Sonnabend hatten die beiden den Qualifikationsdurchgang für die französische Equipe entscheiden können. Auf der zweiten Position landeten Peter Kox und dessen slowakischer Stallgefährte Štefan Rosina (Reiter-Engineering-Lamborghini); Dritte wurden Álvaro Parente und Grégoire Demoustier, die ebenfalls in einem Renner des Hexis-Teams unterwegs waren.

Yannick Bitzer, 01.10.2012

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