Wolff: Maldonado wird an Kritik wachsen - Man erinnere sich nur an den jungen Senna

Williams-Geschäftsführer Toto Wolff glaubt, dass Pastor Maldonado die aktuelle Schwächephase und anhaltende Kritik an seiner Person nur noch starker macht.

In letzter Zeit setzte es für die jungen Wilden in der Formel 1 vermehrt die ein oder andere Tracht verbaler Prügel. Dabei immer im Mittelpunkt: Williams-Rambo Pastor Maldonado, der seit seinem Sensationssieg in Barcelona nichts mehr Zählbares zustande gebracht hat und seit nunmehr acht Rennen punktelos ist. In den Schlagzeilen war der Venezolaner seitdem aber trotzdem dauerhaft und zwar auf Grund von Kollisionen und Strafen. Williams-Teilhaber Toto Wolff macht dieser Umstand aber keine übermäßigen Sorgen. Er ist davon überzeugt, dass diese Entwicklung der Teil eines natürlichen Lernprozesses sei. "Er ist ein großes Talent und extrem schnell. Und er ist ein netter Kerl, was wichtig ist, denn man muss in diesem Umfeld Sozialkompetenz besitzen, damit alles rund läuft", so Wolff.

"Die neue Fahrergeneration muss so sein", erklärte der Österreicher der offiziellen Website der Formel 1. "Ja, er hat bei manchen Situationen im Rennen scheinbar Probleme. Aber durch einen dummen und hitzköpfigen Fehler in Monaco wurde auch eine regelrechte Lawine losgetreten - und die beeinflusst nun seine Performance", empfand der Williams-Mann nicht jegliche Kritik an seinem Schützling immer auch als gerechtfertigt. "Ich bin aber überzeugt, dass er nun verstanden hat, dass er es anders angehen muss - das hier ist nicht die GP2", räumte Wolff ein. "Pastor ist ein intelligenter Junge und er wird aus alledem lernen. Er versteht, dass er sich in einer schwierigen Lage befindet - aber an dieser wird er wachsen, da bin ich mir zu einhundert Prozent sicher."

Noch keine Fahrerentscheidung

"Man erinnere sich nur an den jungen Ayrton Senna am Anfang seiner Karriere. Niemand wollte ihn belangen und in diesen Zeiten gab es noch nicht viele Rückversetzungen, Strafen oder dergleichen - hätte es die damals aber schon gegeben, hätte er wohl sehr oft zehn Plätze weiter hinten starten müssen", lachte Wolff. Sennas Neffe Bruno fährt heuer neben Maldonado selbst in seinem Team. Neuigkeiten zur Zukunft des Brasilianers und zur allgemeinen Fahreraufstellung beim Traditionsteam aus Grove gäbe er derweil aber noch keine. Wolff erklärte, dass man einerseits zwar nicht zu lange mit einer Entscheidung warten wolle - andererseits habe man aber auch nicht vor, dadurch die restliche Saison der Piloten zu stark zu beeinflussen.

"Es ist noch zu früh, um etwas zu sagen. Wir schauen uns die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln an, aber wenn wir all das besprechen, dann zuerst mit Pastor und Bruno - und vielleicht auch mit anderen Fahrern, mit denen wir reden. Ich würde also zumindest noch einmal einen weiteren Monat abwarten, bis wir eine ungefähre Vorstellung davon haben, was wir wollen", so der Geschäftsführer. "Eine Fahrerbekanntgabe ist immer ein interessantes Thema - deswegen werden wir auch erst etwas verkünden, wenn es die Leute wirklich interessiert", so Wolff, der anfügte: "Ob das noch unter der Saison passiert, weiß ich nicht - ewig wollen wir es aber auch nicht hinziehen."

Frederik Hackbarth, 17.09.2012

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