Yamaha würde bei Leasing-Preisgrenze mitziehen - Mit Werks-Förderung sind 1 Million Euro möglich

Yamaha sieht es als kein großes Problem an, die Leasing-Preise zu deckeln, wenn die Werke dabei ein wenig mithelfen.

Yamaha wäre bereit, ein Reglement zu unterstützen, bei dem die Leasing-Kosten für eine Maschine auf ein bis 1,2 Millionen Euro beschränkt werden. Der Hersteller müsste die Leasing-Maschinen laut eigenen Angaben technisch nicht einmal stark abspecken. Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta ist die Preisdeckelung durchaus ein Anliegen, um so den unabhängigen Teams das Leben zu erleichtern. Die Gespräche zwischen Dorna und der Herstellervereinigung MSMA laufen, wobei neben der Leasing-Preisgrenze auch noch weiteres besprochen wird.

Honda verlangt aktuell für ein Paar RC213V angeblich rund drei Millionen Euro, was für viele potentielle Käufer zu viel ist. Deswegen konnte Fausto Gresini auch nur Alvaro Bautista mit einem Werks-Prototypen ausstatten, während Michele Pirro als zweiter Gresini MotoGP-Fahrer mit einem CRT-Bike an den Start gehen wird. Das Aspar-Team ist seinerseits dieses Jahr als reines CR-Team unterwegs, nachdem man seinen Deal mit Ducati zum Einsatz von zwei GP12 gestrichen hat.

In Jerez wird weiter gesprochen

Beim letzten Wintertest in Jerez soll weiter über die Leasing-Preise gesprochen werden, für Ducati steht allerdings jetzt schon fest, dass die gewünschte Preisgrenze nur erreichbar ist, wenn man die Kunden-Motorräder technisch stark beschneidet. Bei Yamaha ist das anders, Yamaha MotoGP Managing Direktor Lin Jarvis hält eine Million Euro als Preisziel sogar für realistisch. "Auf diesem Niveau wird es aber alle Hersteller Geld kosten, um die Satelliten-Teams zu fördern, damit sie mit ähnlichen Spezifikationen wie jetzt diesen Preis erreichen", erklärte Jarvis laut MCN.

Sollte man das Geld wieder hereinholen oder einen Gewinn machen wollen, dann müsste man die Maschinen stark vereinfachen, doch Jarvis sagte, Yamaha wäre bereit, es mit den Teamförderungen zu probieren, um so leistbare aber gute Leasing-Motorräder zu liefern. "Von allen Herstellern sind wir am nächsten bei diesem Wert, also würde ich sagen, Yamaha müsste weniger ändern, um diesen Preis zu erreichen. Es hängt davon ab, was in dem Paket für eine Million Euro dabei ist." So stellte er die Frage, ob das auch Unfall-Ersatzteile beinhalten soll. Das müsse ausdefiniert werden. "Sobald die Spezifikation darüber steht, was inkludiert ist, geht es nur noch darum, wie es überwacht wird."

Einfache Kontrolle

Für allzu kompliziert hielt er das aber nicht, da es nicht so viele Kunden-Teams gibt und etwa Tech 3 Chef Herve Poncharal, der gleichzeitig noch Präsident der Teamvereinigung IRTA ist, oft mit Ezpeleta spricht und die Preise deswegen einfach zu erfragen sein dürften. "Das gleiche gilt für Honda und Ducati, die Kontrolle wird also nicht schwierig." Jarvis konnte Poncharal als Yamaha-Kunde auch gleich versprechen, dass sich der Leasing-Vertrag nicht groß ändern würde, sollte bereits für 2013 die Preisobergrenze kommen.

Falko Schoklitsch, 17.03.2012

© adrivo Sportpresse GmbH - http://www.motorsport-magazin.com