Roma gewinnt die 8. Etappe hauchdünn vor Gordon - Nasser Al-Attiyah fällt erneut zurück

Nani Roma konnte bei der Dakar 2012 den zweiten Tagessieg holen. X-Raid-Teamkollege Stephane Peterhansel verteidigte die Gesamtführung auch nach acht Etappen.

Der Spanier Nani Roma gewann die achte Etappe der Dakar 2012 und erzielte damit seinen zweiten Tagessieg im Mini des X-Raid-Teams. Robby Gordon konnte nach einer imposanten Aufholjagd auf den letzten Kilometern noch bis auf den zweiten Platz vorfahren. Der Amerikaner verfehlte den möglichen ersten Etappensieg nur um fünf Sekunden und fuhr zum dritten Mal in Folge in diesem Jahr als Zweiter über die Ziellinie. Krzysztof Holowczyc und Stephane Peterhansel belegten in ihrem Mini die Plätze drei und vier. Der Franzose Peterhansel konnte damit Führung in der Gesamtwertung behaupten.

Nach dem Ruhetag führte die heutige achte Etappe die Piloten der Autokategorie vom Standort Copiapo über eine Gesamtdistanz von 722 Kilometern Richtung Antofagasta. Die Wertungsprüfung auf chilenischem Boden war insgesamt 477 Kilometer lang.

Nani Roma führte fast das gesamte Rennen an

Nach 65 Kilometern war der Amerikaner Gordon mit seinem Hummer der Schnellste. Drei Mini-Fahrer angeführt von Holowczyc waren die ersten Verfolger. Hinter Roma und Peterhansel lag der Toyota mit Giniel de Villiers auf Rang fünf. Der zweite Hummer-Fahrer Al-Attiyah, der als Erster gestartet war, musste bei Kilometer 17 eine fünfminütige Pause einlegen. Damit ging das Auf und Ab des Titelverteidigers aus Katar bereits in der Anfangsphase fröhlich weiter. Mit über 18 Minuten Rückstand passierte Al-Attiyah die erste Zeitmessung.

Roma konnte nach der dritten Zeitnahme die Führung übernehmen. Gordon musste nach der nächsten Messung auch Peterhansel und Holowczyc ziehen lassen und belegte nur noch den vierten Rang. Der Spanier Roma lag bis zur siebten Zeitnahme kontinuierlich eineinhalb Minuten vor Holowczyc. Dahinter folgten unverändert Peterhansel, Gordon und de Villiers. Al-Attiyah war vom 45. Rang wieder bis auf Position sechs vorgefahren, hatte aber immer noch einen Rückstand von 13 Minuten auf den Führenden.

Robby Gordon fehlten fünf Sekunden zum Tagessieg

Auf dem letzten Teil der Wertungsprüfung mussten die Piloten einen weiten steilen Bergabschnitt bewältigen. Gordon zeigte mit seinem Hummer auf den letzten Kilometern seine Stärke und holte gewaltig auf Roma auf. Doch wieder reichte es nicht für den ersten Tagessieg. Roma gewann hauchdünn mit fünf Sekunden Vorsprung. Zwei Minuten später erreichte der Pole Holowczyc das Ziel und musste damit den zweiten Rang in der Gesamtwertung an Gordon abgeben.

Peterhansel behielt zwar durch den vierten Platz die Gesamtführung, liegt aber nur noch 7:36 Minuten vor Gordon. Roma bleibt nach dem Sieg weiterhin auf Rang vier vor de Villiers mit dem deutschen Co-Piloten Dirk von Zitzewitz. Al-Attiyah erreichte noch als Fünfter das Ziel, jedoch betragt sein Gesamtrückstand auf Peterhansel jetzt 45:25 Minuten.

Stimmen nach der 8. Etappe:

Stephane Peterhansel: "Ich verliere sehr viel Zeit. In dem felsigen Abschnitt bin ich langsam gefahren, weil ich Angst vor einer Reifenpanne hatte. Und trotzdem hatte ich 30 Kilometer vor dem Ziel einen Platten. Die Wertungsprüfung ist für uns schlecht gelaufen, aber so ist es halt. Gordon ist drei Minuten vor uns gestartet und 180 Kilometer vor dem Ziel waren wir auf 30 Sekunden an ihn herangekommen. Ich habe den Eindruck, dass er einen Zahn zugelegt hat, als er uns gesehen hat, und dann war er auf und davon. Er kann mit dem Sieg liebäugeln, aber er hat großes Interesse daran, mit der Situation besonnen umzugehen."

Nani Roma: "Es war eine schnelle Etappe, auf der man keine Fehler machen durfte. Im zweiten Teil bin ich aufs Ganze gegangen. So ging es 15 bis 20 Kilometer, dann kam eine Kurve. Danach wieder 20 Kilometer volles Tempo. Ich hätte nichts besser machen und auch nicht schneller fahren können. Ich bin mit der Etappe zufrieden. Zufrieden mit dem Sieg. Ich bin auch froh, weil wir keine technischen Probleme haben. Das Auto läuft gut. Auf dem letzten Stück war ich hinter Stephane [Peterhansel], aber ich konnte ihn nicht überholen."

Robby Gordon: "Kann sein, dass Nani mich geschlagen hat, aber es muss sehr knapp sein. Aber sieben Minuten schneller als Peterhansel, das ist ein großer Tag. Ich habe ehrlich gesagt nicht angegriffen, außer im letzten Teil der Etappe. Ich bin jedenfalls auf den ersten 300 Kilometern nicht aufs Ganze gegangen, nur auf den letzten 150 Kilometern. Ich habe gespürt, dass ich die anderen hinter mir habe, und ich habe Gas gegeben."

Nasser Al-Attiyah: "Wir hatten Probleme mit einem Riemen im Motor. Den haben wir repariert, aber danach hat die Lichtmaschine gemuckt, und wir mussten wieder ran. Danach haben wir wirklich angegriffen. Es waren sechs Autos vor uns und wir haben alle Mini überholt und auch den Toyota von De Villiers. Das war ganze Arbeit. Sie sind nervös, weil ich sie alle überholt habe, aber das ist nicht mein Problem. Ich weiß, dass alles gut läuft und wir werden sehen, was noch geht."

Ergebnis: 8. Etappe Autos (Top 10)

1. Roma/Perin (MINI), 04:25:44 Stunden
2. Gordon/Campbell (HUMMER), + 00:00:05
3. Holowczyc/Fortin (MINI), + 00:02:04
4. Peterhansel/Cottret (MINI), 00:05:38
5. Al-Attiyah/Cruz (HUMMER), 00:08:09
6. De Villiers/Von Zitzewitz (TOYOTA), + 00:09:16
7. Sousa/Garcin (GREAT WALL), + 00:16:17
8. Novitskiy/Schulz (MINI), + 00:18:45
9. Leal Dos Santos/Fiuza (MINI), + 00:20:58
10. Vos/Howie (TOYOTA), + 00:22:06

Gesamtwertung: Autos 8/14 (Top 10)

1. Peterhansel/Cottret (MINI), 20:04:15 Stunden
2. Gordon/Campbell (HUMMER), + 00:07:36
3. Holowczyc/Fortin (MINI), + 00:07:48
4. Roma/Perin (MINI), + 00:12:27
5. De Villiers/Von Zitzewitz (TOYOTA), + 00:37:45
6. Al-Attiyah/Cruz (HUMMER), 00:45:25
7. Novitskiy/Schulz (MINI), + 01:07:33
8. Sousa/Garcin (GREAT WALL), + 01:23:29
9. Alvarez/Graue (TOYOTA), + 02:04:15
10. Van Loon/Scholtalbers (MITSUBISHI), + 02:19:04

Alle Bilder zur Rallye Dakar 2012

Stephan Vornbäumen, 09.01.2012

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