ADAC Supermoto - Jasinksi zum dritten Mal Meister

Mission erfüllt

Am Renntag des 24ten Internationalen Supermoto in Harsewinkel herrschten wahrlich keine optimalen Witterungsbedingungen.

Motorsport-Magazin.com - Zumindest den Teilnehmern wurde es denkbar schwer gemacht. Extreme Niederschläge machten die Sandbahn über weite Strecken sehr schmierig. Speziell im zweiten Rennen der S2 Klasse waren die Bedingungen so kritisch, dass es jede Runde an irgendeiner Ecke der Stecke zum Sturz kam. Die regengeschundenen Zuschauer wurden dadurch mit zusätzlicher Spannung für ihr Ausharren belohnt.

Die Voraussetzungen für die Rennen wurden samstags noch unter trockenen Bedingungen gelegt. Im Zeittraining der S1 hatte Markus Class die Nase vor Pavel Kejmar, Michi Herrmann und Andre Plogmann. Die Pole der S2 ging wie gewohnt an Jochen Jasinski, gefolgt von Jan Deitenbach, Dirk Spaniol und Kevin Würterle.

S1 - Kejmar schenkt sich einen Doppelsieg zum Geburtstag

Beim Start ins erste Rennen der S1 Klasse schaffe es Manuel Hagleitner, der sich im Zeittraining einen sensationellen fünften Platz gesichert hatte, auf die dritte Position. Jedoch bremste sich der junge Österreicher den Motor am Ende der Sandmann kurz aus und fiel bis auf Rang acht zurück. Pavel Kejmar und Markus Class blieben davon unbeeindruckt an der Spitze, während Nico Joannidis die Gunst der Stunde nutzte und die dritte Position übernahm. Hiermit war die Reihenfolge des Podiums bereits in der ersten Runde festgelegt und sollte sich im kompletten Rennverlauf nicht mehr ändern. Die wahre Show in diesem Rennen war der Kampf um Platz vier.

Maik Voorwinden, Andre Plogmann, Jürgen Künzel, Michi Herrmann und Markus Volz balgten sich darum. Voorwinden machte den Anfang, während sich Plogmann und Künzel hinter ihm in Position brachten. Künzel stach erst bei Plogmann innen durch, doch der konterte direkt am Ende der Sandbahn. Ab dem Moment jagten sich die beiden über den Platz, lieferten sich einen beherzten Kampf und vereinnahmten dabei auch zusätzlich noch den Holländer Maik Voorwinden. Bis wenige Runden vor Schluss hielt dieses Gespann steten Wechsel an der vierten Position, bis plötzlich die Luft raus war. Plogmann wurde nach einem dramatischen Rutscher von beiden überholt und zeigte sich anschließend deutlich zögerlicher.

Es folgte ein Sturz von Künzel und kurz darauf patzte auch Voorwinden. Die ersten Runden hatten dem Dreierpack offenbar einiges an Konzentration abverlangt. Darüber freuten sich vor allem Michi Herrmann und Markus Volz, die sich das Treiben aus der Entfernung angeschaut hatten. Sie schlugen in der drittletzten Runde zu, hatten Voorwinden und Plogmann hinter sich gelassen. In der allerletzten Runde kam Herrmann dann beim Spurt auf die regennasse Sandbahn nicht schnell genug vom Fleck, Volz fand mehr Traktion und schnappte sich den vierten Platz. Hinter Herrmann kamen Voorwinden, Plogmann und Künzel ins Ziel, gefolgt von Manuel Hagleitner.

Im zweiten Rennen packte Kejmar erneut den Holeshot und führte das Rennen zu einem weiteren Start Ziel Sieg vor Markus Class. Dadurch hat der Tscheche nun 24 Punkte Vorsprung in der Meisterschaft. Ein ordentliches Polster für das anstehende Saisonfinale in Freiburg. Um Platz drei kämpften Nico Joannidis und Jürgen Künzel. Nachdem Joannidis in der Anfahrt zum Table ins Straucheln kam, war es für Künzel aber ein Leichtes den dritten Platz zu übernehmen.

Michi Herrmann und Joannidis rangelten nun acht lange Runden erbittert um die vierte Position. Kaum war Joannidis dann an Herrmann vorbei, patzte er erneut und fiel hinter Markus Volz auf den sechsten Platz zurück. Drei Runden vor Schluss wurde Herrmann wieder vom Unglück heimgesucht. Bedingt durch einen Kabelbruch und die damit einher gehenden Zündaussetzer musste er sein Motorrad vorzeitig abstellen, wodurch Volz Vierter und Joannidis doch noch Fünfter wurde.

S2 - Mission erfüllt: Mit dem Zweitakter zur Meisterehre

Im ersten Rennen der S2 Klasse sollte nichts überraschendes geschehen. Jochen Jasinski fuhr wie immer vorne weg, Dirk Spaniol trottete mit einigem Abstand hinterher, gefolgt von Jan Deitenbach. Nachdem Kevin Würterle sich in der zweiten Runde auf der Sandbahn in dem Matsch geworfen hatte, schied er aus den Top-Five aus und überließ Jean-Marc Gaillard seinen vierten Platz. Mit dem fünften Platz belohnte sich Jan Simon ter Heide für seinen ausdauernden Kampf. Der Holländer fuhr fehlerfrei und strotzte dadurch den widriger Bedingungen. Alle anderen die sich aufmachten ter Heide den fünften Platz streitig zu machen, gingen beim Weg dort hin zu Boden. Der letzte der es versuchte, war Kevin Würterle. Als er am Fuß der Sandbahn den Hahn spannte um ter Heide zu überholen, stürzte ihm der überrundete Eric Müller vors Rad und riss ihn mit sich.

Im zweiten S2-Rennen ging es für den Tabellenführer Jochen Jasinski um den Sieg. Aber nicht um irgendeinen, sondern um den Titelsieg. Je nach Konstellation hätte ihm ein dritter, vierter oder gar fünfter Platz im Rennen gereicht um vorzeitig Meister zu werden, doch wer will das schon. Das Feld traf in diesem Rennen wohl auf die kritischsten Streckenbedingungen des Wochenendes. Die Sandbahn war eine Matschpiste und der Straßenteil sah aus wie deren kleine Schwester - es war sehr rutschig! Beim Start machte Jasinski dann gleich klar, wer das Sagen hat, gefolgt von Spaniol, Deitenbach und Würterle.

Wenige Meter später stockte den Zuschauern und Teams dann der Atem, als Jasinski beim Sprung über den Table quer kam und die Landung nicht stand. Danach ging er als Letzter über die Sandbahn und begrüßte am Ende dieser seinen treuen Weggefährten und engsten Meisterschaftsgegner Dirk Spaniol. Einige vermuteten, Spaniol habe sich aus Solidarität zu Jasinski am Ende der Bahn hingeworfen. Doch der Umstand, dass er sich bereits in der Warm-up Runde an selber Stelle niedergelassen hatte, deutete auf Defizite im Umgang mit diesem Fleckchen der Strecke hin. Nun fuhren die Tabellenführer gemeinsam dem Feld hinterher. Aber Jasinski wollte den Deckel drauf machen und nicht einfach mit ansehen, wie sich Deitenbach, Eriksson und Würterle vorne darum balgten wer nun den Sieg davon tragen würde.

Also machte Jasinski ernst und peitschte mit seinem Zweitakter durchs Feld. Seine schnellste Runde in diesem Rennen war 1,3 Sekunden besser als die von Kevin Würterle und ganze 2,6 schneller als jene von Deitenbach. Keine Frage, dass Jasinski dank dieser Werte durchs Feld marschierte wie ein heißes Messer durch die Butter. Am Ende fuhr er mit über 10 Sekunden Vorsprung zum dritten Meistertitel. Jan Deitenbach wurde Zweiter, vor Kevin Würterle, Jean-Marc Gaillard und dem Schweden Fred Eriksson. Der Meister steht nun fest, weshalb beim Finale alle Augen auf Spaniol, Deitenbach und Würterle liegen werden. Einer der drei wird sich wohl das Vize-Krönchen aufsetzen können.


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