Motorsport-Magazin.com - Bei der 42. ADAC Rallye Stemweder Berg gelang es ihm leider nicht, den großen Erfolg des Vorjahres zu wiederholen. Ein sich ankündigender technischer Defekt bremste den ADAC Rallye Junior Cup Gewinner aus dem Jahr 2001 und zwang ihn, ironischerweise nachdem er gerade seine erste Bestzeit gefahren war, zur vorzeitigen Aufgabe.
Im vergangenen Jahr sah man Holger Knöbel mit dem typisch subarublauen WRX STI ganz oben auf den Ergebnislisten stehen. Das soll natürlich kein Grund sein, die Erwartungen zu hoch anzusetzen und vor allem keine Prognosen nach der ersten WP zu wagen: "Wir haben hier über 100 WP-Kilometer zu absolvieren und ich kann mich an keine Rallye erinnern, die auf der ersten Prüfung entschieden worden ist", betont Knöbel kurz vor dem Start. "Es ist ein bisschen nass, von mir aus kann es noch richtig regnen, damit wir unseren Allrad-Vorteil ausspielen können. Aber das Wetter ist ok und ein paar guten Zeiten sollte nichts im Wege stehen", ergänzt er.
So machte sich der Rallyetross, angeführt vom mehrfachen deutschen Meister Hermann Gassner auf, um die zwölf Wertungsprüfungen rund um das nordrhein-westfälische Levern in Angriff zu nehmen. Knöbel ließ es zunächst ruhig angehen und legte eine achtbeste Zeit auf der ersten WP vor.
Auf der zweiten Prüfung legte er dann aber ganz gewaltig nach und fuhr die schnellste Gesamtzeit, was ihn auf einmal im Klassement auf den fünften Platz nach vorne katapultierte: "Das war eine tolle Prüfung und es macht großen Spaß hier bei der Heimrallye ganz vorne mit dabei zu sein", meinte Knöbel, der noch nicht ahnte, dass seine rasante Fahrt nur allzu schnell vorbei sein sollte. Die dritte WP beendete er noch als Drittschnellster, doch schon auf der Verbindungsetappe danach machten ihn Geräusche aus dem Motorraum stutzig.
"Die Geräusche kamen mir nun wirklich bekannt vor. Schließlich hatten wir schon beim Auftakt zur Deutschen Rallye Meisterschaft bei der Wikinger Rallye Probleme mit dem Getriebe und genauso hörte sich das jetzt auch an", erklärte Knöbel, der sein Auto selbst am besten kennt schließlich bereitet er es in der hauseigenen Werkstatt selbst auf die Rallyeeinsätze vor. "Ein Weiterfahren hätte einen unschönen und dazu noch sehr teuren Getriebeschaden hervorgerufen. Wir haben uns daher entschieden , die Rallye lieber vorzeitig zu beenden, um keinen größeren Schaden zu riskieren", so Knöbel, dem die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stand. "Irgendwie ist in diesem Jahr der Wurm drin. In 2011 konnten wir im Rallye Masters noch den Gesamtsieg feiern und jetzt will die Technik einfach nicht so wie ich das will", so der selbständige Karosseriebau-Techniker.
Entmutigen lassen will er sich davon aber nicht. Den kommenden Einsatz am letzten Juni-Wochenende bei der Niedersachsen Rallye (vierter Lauf zum ADAC Rallye Masters) hat er fest im Blick und arbeitet bereits jetzt daran, den Subaru WRX STI wieder startklar zu machen.