ADAC MX Masters - Motocross: Belgien will Titel verteidigen

Harte Konkurrenz für deutsche Motocross-Asse

Lettland das Mekka für Elite des Motocross-Sports. Mannschafts-WM mit breitem Teilnehmerfeld und einigen Favoriten.

Motorsport-Magazin.com - Noch rund drei Wochen bis zum großen Highlight-Event "FIM Motocross of Nations": Am 27. und 28. September treten Max Nagl, Marcus Schiffer und Dennis Ullrich im lettischen Kegums an, um ihr Land als Team Germany bei der Motocross-Mannschafts-WM zu vertreten. Ihr Ziel: die Top-Five.

Es wird eine schwere Aufgabe für die Piloten, sich im Baltikum zu behaupten, denn die Gegner der deutschen Mannschaft sind stark. Insgesamt gehen in Kegums 33 Nationen an den Start. Zu den härtesten Rivalen des Teams Germany gehören die Teams aus den Ländern Italien, Belgien, Frankreich, den USA, den Niederlanden, der Schweiz und Australien.

Italien schickt mit Antonio Cairoli, David Philippaerts und Davide Guarneri gleich drei WM-Fahrer an den Start, die alle zu den besten zehn Motocrossern der aktuellen Grand Prix-Gesamtwertung gehören. Vor allem Cairoli als derzeitiger WM-Spitzenreiter, Italiens Sportler des Jahres 2013 und siebenfacher Weltmeister gilt als Ausnahmesportler im Motocross. In diesem Jahr startet der 28-Jährige in der MX2-Klasse und steht damit in direkter Konkurrenz zu Marcus Schiffer. Der zweifache ADAC MX Masters-Gewinner "Skip", wie er in der Szene genannt wird, fürchtet sich jedoch nicht vor so einem starken Rivalen: "Ich sehe das Ganze sportlich. Es ist für mich eine große Ehre, gegen so eine MX-Größe wie Cairoli anzutreten. Das pusht mich eher als dass es mich einschüchtert", kommentierte der gebürtige Kölner den bevorstehenden Contest.

. Es ist für mich eine große Ehre, gegen so eine MX-Größe wie Cairoli anzutreten.
Marcus Schiffer

Auch die belgische Truppe, die im vergangenen Jahr beim Motocross der Nationen in Teutschenthal die Deutschen als Titelträger ablöste, präsentiert sich 2014 in Top-Form. Mit Jeremy van Horebeek und Kevin Strijbos, derzeit an Platz zwei und drei der WM-Gesamtwertung, sowie MX2-Fahrer Julien Lieber hat der kleine Nachbar der Bundesrepublik drei ernstzunehmende Gegner. Ähnlich verhält es sich mit dem Team France. Steven Frossard und Gautier Paulin sind beides Top-Ten-Piloten beim Grand Prix, Dylan Ferrandis rangiert derzeit auf Platz vier in der MX2-WM.

Jeremy van Horebeek will mit Belgien den WM-Titel verteidigen - Foto: Suzuki

Ihr großer Vorteil: Die Nachwuchsförderung hat in Frankreich einen hohen Stellenwert, das Land investiert für neue Talente in Motocross-Schulen. Teammanager Robert Olivier konnte deshalb auf einen großen Pool an Fahrern zurückgreifen und schickt mit seinen Nominierten drei Motocrosser mit Riesenpotential nach Lettland.

Die Schweiz repräsentieren in diesem Jahr Arnaud Tonus, Valentin Guillod und Jeremy Seewer. Alle drei rangieren in der Gesamtwertung der MX2-Weltmeisterschaft unter den ersten Zehn und rechnen sich berechtigte Außenseiterchancen aus. Die Amerikaner gelten als Favoriten, weil sie mit US-Vize-Champion Ryan Dungey sowie den beiden Erfolgspiloten Eli Tomac und Jeremy Martin echte Motocross-Superstars in petto haben. Die Akzeptanz für den Motocross-Sport ist in den USA generell sehr hoch, wodurch es eine hohe Dichte an Strecken gibt, auf denen die Sportler regelmäßig trainieren können. Martins Eltern haben in Millville im US-Bundesstaat Minnesota eine eigene MX-Piste. Für Martin dürfte seine erstmalige Teilnahme am MXoN aber dennoch eine große Herausforderung werden: Der 21-Jährige muss sich in der MX2-Klasse gegen seinen Bruder Alex Martin beweisen, der bei den Nations für das Team Puerto Rico antritt.

Die Niederländer haben genau wie die Belgier den Vorteil, dass sie viele Sandstrecken vor der Haustür haben und sich auf den Sandkurs in Lettland perfekt vorbereiten können. Zu den drei besten Sandspezialisten gehören die beiden WM-Piloten Marc de Reuver und Glenn Coldenhoff sowie ihr Landsmann Ceriel Klein Kromhof. Alle drei bilden in diesem Jahr das Team Netherlands. Kromhof ist auch bei Europas beliebtester Rennserie, dem ADAC MX Masters, kein Unbekannter. Der 24-Jährige konnte 2005 bereits den Titel im ADAC MX Junior Cup holen und gehört damit zu den Erfolgspiloten der Masters-Veranstaltungen. Mit Australien steht ein weiteres Land auf der Liste der potentiellen Siegerkandidaten beim MXoN. Die Motocrosser aus "Down Under" belegten im vergangenen Jahr Platz vier bei den Nations. In diesem Jahr will das Team bestehend aus US-Outdoor-Champion Chad Reed, WM-Größe Dean Ferris sowie dem Australischen Meister Matt Moss ganz vorne mitmischen.

Eingeschüchtert ist die deutsche Motocross-Elite trotz der starken Konkurrenz dennoch nicht. "Wir fürchten uns vor niemandem, es reicht, wenn wir kein Pech haben", erklärte Teammanager Hubert Nagl. "Wir gehen in Lettland mit denselben Startnummern ins Rennen wie 2012 im belgischen Lommel, wo wir Weltmeister geworden sind. Ich denke, das können wir nur als gutes Zeichen werten."


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