ADAC MX Masters - Nagl gewinnt in Aichwald

Philippaerts Zweitbester in der Masters-Klasse

Vize-WM-Champion Clement Desalle als Besucher vor Ort. ADAC MX Youngster Cup-Pilot Henry Jacobi sorgt für Überraschung.

Motorsport-Magazin.com - Für die 16.500 Zuschauer beim ADAC MX Masters in Aichwald nahe Stuttgart boten sich am Rennsonntag sechs spektakuläre Läufe in allen drei Klassen - und das sogar bei einigermaßen beständigem Wetter trotz schlechter Vorhersage. Der WM-Spitzenpilot und zweifache ADAC MX Masters-Sieger Max Nagl (KMP Honda Racing) zeigte auf der 1.755 Meter langen Wiesenbodenstrecke "In den Horben", warum er auf Champion-Niveau fährt. Nachdem er sich nach seinem Erfolg beim Qualifikationstraining am Samstag bereits die Poleposition aussuchen konnte, fuhr der Weilheimer auch im Rennen all seinen Konkurrenten davon.

"Eigentlich geht es mir heute nicht gut, weil ich ziemlich Bauchkrämpfe habe, aber ich habe nach meinem ersten Platz im ersten Lauf nicht aufgeben wollen. Im zweiten Lauf habe ich mir dann noch einen extrem spannenden Dreikampf mit David Philippaerts (Yamaha Motor Deutschland, AC Motec by STC) und Dennis Ullrich (KTM Sarholz Racing Team) geliefert. Das war traumhaft und war für die Zuschauer ein aufregendes Racing", so der 26-Jährige, der auch den zweiten Lauf für sich entschied und somit den Tagessieg einfuhr. Tageszweiter wurde der WM-Fahrer David Philippaerts, der das Rennen in Aichwald als ausgezeichnete Vorbereitung für seinen nächsten Grand Prix bezeichnete. Als Gesamtdritter und zweifacher Red Bull Holeshot-Gewinner räumte der aktuelle ADAC MX Masters-Champion Dennis Ullrich ab, der aufgrund seiner starken Leistung wieder die Tabellenführung übernahm.

Foto: ADAC MX Masters/Steve Bauerschmidt

Vize-WM-Pilot Clement Desalle aus Belgien (Rockstar Energy Suzuki Europe), der ursprünglich geplant hatte, ebenfalls als Gaststarter beim ADAC MX Masters in Aichwald dabei zu sein, musste seine Teilnahme am Rennen absagen. Grund dafür war eine Handverletzung, die er sich beim WM-Lauf im italienischen Maggiora zugezogen hatte. Nichts desto trotz ließ es der internationale MX-Star sich nicht nehmen, zur Veranstaltung zu kommen und seinen Fans bei der Autogrammstunde am ADAC Truck Rede und Antwort zu stehen. "Ich bedauere es sehr, dass ich auf dieser traditionellen Old-School-Piste nicht fahren kann, denn "In den Horben" gehört zu den ersten Strecken meiner Motocross-Karriere. Daran erinnere ich mich gern und deswegen komme ich hier auch immer wieder gern her", erzählte der 25-Jährige.

Lokalmatador Lars Reuther (KTM Sarholz Racing Team) wiederum hatte auf seiner Heimstrecke kein großes Glück. Der Pleidelsheimer fiel im ersten Lauf aufgrund eines Sturzes aus und fand auch im zweiten Lauf nicht mehr richtig ins Rennen. Insgesamt nahmen am Wochenende 73 Piloten der Masters-Klasse an der Motocross-Action teil, von denen sich 40 für den Sonntag qualifizierten.

ADAC MX Youngster Cup

Foto: ADAC MX Masters/Steve Bauerschmidt

Der ADAC MX Youngster Cup stand heute ganz im Zeichen von Henry Jabobi (KTM Sarholz Racing Team). Der 17-Jährige siegte souverän in beiden Läufen und sicherte sich damit den Tagessieg. Zusätzlich raste er zweimal als Erster in die erste Kurve, holte damit den doppelten Red Bull Holeshot und freute sich über lukrative Überraschungspreise des Energydrink-Herstellers. "Ich habe heute etwas erreicht, dass ich nie für möglich gehalten hätte, da Calvin Vlaanderen (KTM Bodo Schmidt Motorsports) normalerweise deutlich schneller ist als ich. Aber im Motorsport werden die Karten eben bei jedem Rennen neu gemischt und heute wurde ich mal belohnt. Das lag vor allem an meinen beiden sehr guten Starts. Ohne die wäre es sicherlich schwer geworden", sagte der KTM-Fahrer aus Bad Sulza glücklich.

Gesamtzweiter wurde der Tscheche Vaclav Kovar (KTM-Pilot). Der 18-Jährige wirkte beinahe etwas schüchtern, als er vom Siegerpodest stieg und entgegnete: "Ich musste wirklich sehr hart kämpfen, aber ich bin unheimlich stolz über meine Leistung. So ein gutes Ergebnis bei so einem starken Fahrerfeld ist für mich nicht selbstverständlich." Als Drittbester ließ sich der Däne Thomas Kjer Olsen (STC Racing) feiern. Teilgenommen hatten am ADAC MX Youngster Cup insgesamt 88 Piloten, allerdings durften nur 40 von ihnen nach dem Qualifikationstraining ans Startgatter.

ADAC MX Junior Cup

Foto: ADAC MX Masters/Steve Bauerschmidt

Im ADAC MX Junior Cup entwickelten sich beide Läufe zu einem regelrechten Zweikampf zwischen dem Tabellenführer Mikkel Haarup aus Dänemark (MEFO Sport Racing Team, KTM) und seinem Verfolger Kim Savaste aus Finnland (KTM Red Bull Factory). Während der 12-jährige Haarup im ersten Lauf die Nase vorne hatte, gewann der 14-jährige Savaste im zweiten Rennen und holte damit an diesem Rennwochenende in Baden-Württemberg mit einem Tagessieg wichtige Punkte, die er aufgrund eines Sturzes beim ADAC MX Masters im österreichischen Ried verloren hatte.

"Die Strecke war nicht gerade leicht für mich und auch das Duell mit Mikkel hat mich ziemlich unter Druck gesetzt", berichtete der Skandinavier. Ähnlich sah das auch sein derzeit härtester Rivale: "Kim und ich pushen uns gegenseitig, sodass es immer sehr rasant zugeht. Das macht dann schon sehr viel Spaß - vor allem, wenn man wie ich heute noch schnell den Rhythmus findet", erklärte der junge Wilde aus Silkeborg. Als Dritter stand der Schweizer Maurice Chanton (KTM-Fahrer) auf dem Podium. Beim ADAC MX Junior Cup waren 76 Nachwuchstalente im Qualifikationstraining. Genau wie in den anderen beiden Klassen sind auch bei den Jüngsten der Serie am Rennsonntag 40 Motocrosser losgefahren.

Die vierte ADAC MX Masters-Veranstaltung findet am 19. und 20. Juli im schleswig-holsteinischen Tensfeld unweit von Plön statt. Die norddeutschen Lokalmatadoren Davide von Zitzewitz (BvZ Racing Team), Jon Mundhenk (Kawasaki-Pilot) und Mike Stender (Team Castrol Power 1 Moto-Web) freuen sich schon jetzt auf das einzige Event in ihrer Heimat. Die besondere Herausforderung: Die 1.700 Meter lange Tiefsandpiste des ADAC Schleswig-Holstein bringt viele Aktive durch ihre Beschaffenheit, ihre tiefen Furchen und Fahrrillen an ihre körperlichen Grenzen.


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