ADAC MX Masters - Angeschlagener Schiffer überrascht mit Tagessieg

Rauchenecker übernimmt Meisterschaftsführung

Perfektes Pfingstwetter lockte circa 8.000 Zuschauer auf den Asenham Truppenübungsplatz in Ried. Marcus Schiffer feierte den Tagessieg.

Motorsport-Magazin.com - Nach einem sehr erfolgreichen Saisonauftakt in Fürstlich Drehna Ende April wurde auch die zweite Veranstaltung des ADAC MX Masters im österreichischen Ried im Innkreis zu einem echten Highlight-Event. Etwa 8.000 Zuschauer kamen am Pfingstwochenende an die 1.900 Meter lange Strecke auf dem Asenham Truppenübungsplatz des HSV Ried, um spektakuläre Motocross-Action live mitzuerleben. Das Besondere an der Lehmbodenpiste: eine der längsten Startgeraden in der Serie und viele geschickt eingebaute Sprungmöglichkeiten. Zudem gehört der sogenannte "Güpl" zu den schönsten Naturstrecken in Österreich. Der Kurs passt sich den natürlichen Gegebenheiten des Geländes an, wodurch viele Auf- und Ab-Sektionen entstehen. Im vergangenen Jahr belegte die Piste in der Statistik der beliebtesten Masters-Veranstaltungen Platz zwei.

Besonders schwer hatten es am Rennsonntag die Piloten der Klasse eins. Temperaturen von 30 Grad und die konstant pralle Sonne ließen die MX-Stars ganz schön schwitzen. Und doch war auf der Strecke von den ermüdenden, wetterbedingten Umständen nichts mehr zu spüren. ADAC MX Masters-Fahrer Marcus Schiffer (Team Suzuki Waldmann) überzeugte trotz seiner noch immer nicht verheilten Schulter und freute sich am Ende des Renntages über den Tagessieg. "Ich saß nach der Masters-Veranstaltung in Fürstlich Drehna nur zweimal auf dem Motorrad und konnte aufgrund meiner Verletzung nicht wirklich trainieren. Aber ich wollte unbedingt mitfahren, weil ich auf keinen Fall zweimal 0 Punkte aufgrund einer Nicht-Teilnahme hätte akzeptieren können. Aber mit so einem super Ergebnis hätte ich absolut nicht gerechnet", erklärt der gebürtige Kölner glücklich. Auch Lokalmatador Pascal Rauchenecker (Cofain Racing KTM) strahlte nach seinen beiden Läufen mit der Sonne um die Wette. Der 21-Jährige wurde Tageszweiter und übernahm damit die Führung in der Meisterschaft. "Alle meine Freunde und Bekannte sind da und ich bin einfach nur stolz, dass ich mich hier so gut präsentieren konnte. Besser hätte es nicht laufen können. Und auch die Tatsache, dass ich den ADAC MX Masters-Champion Dennis Ullrich (KTM Sarholz Racing Team) in der Tabelle überholt habe, macht das nächste Rennen in Aichwald umso spannender", so der Rieder.

ADAC MX Youngster Cup

Nachdem der Meisterschaftsführende des ADAC MX Youngster Cup, Jorge Zaragoza (Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil), an diesem Rennwochenende verletzungsbedingt ausfiel, nutzte der Niederländer Calvin Vlaanderen (KTM Bodo Schmidt Motorsports) seine Chance und verbuchte zwei erfolgreiche Läufe für sich. Mit einem zweiten Platz und einem ersten Laufsieg wurde der 17-Jährige Tagessieger in Klasse zwei. "Ich hatte keine wirklich tollen Starts, habe anfangs zu schnell gebremst und musste sehr hart gegen die Konkurrenz kämpfen. Die Voraussetzungen waren also nicht gerade optimal, daher bin ich natürlich sehr stolz auf meine finale Leistung", sagte der ADAC MX Youngster Cup-Pilot. Als Zweitbester ließ sich der Pole Tomasz Wysocki (KTM-Fahrer) feiern. Der 20-Jährige hatte bereits am Samstag mit einem dritten Platz in der Qualifikation überzeugt und gab sich mehr als zufrieden mit seinen eingefahrenen Punkten: "Ich mag die Strecke sehr gern und habe hier alles gegeben. Für den Moment bin ich jetzt zwar entspannt, aber schon beim nächsten Rennen werden die Karten wieder ganz neu gemischt", meinte der Motocrosser. Dritter wurde der Däne Thomas Kjer Olsen (STC Racing, Honda).

ADAC MX Junior Cup

Der ADAC MX Junior Cup stand heute ganz im Zeichen des Dänen Mikkel Haarup (MEFO Sport Racing Team, KTM). Der 12-Jährige wurde im ersten Lauf Erster, im zweiten Lauf stand er als Zweiter auf dem Podium. Damit holte er in der Gesamtwertung den Tagessieg und löste seinen härtesten Konkurrenten, Kim Savaste aus Finnland (KTM Red Bull Factory), an der Tabellenspitze ab: "Ich habe viel für die Rennserie in meinem Heimatland trainiert und ich freue mich sehr, dass ich heute gegen Kim gewinnen konnte. Das gibt mir Selbstbewusstsein für das kommende Event in Aichwald. Mein Dad hat mir aufgrund meiner guten Leistungen extra ein Pitbike gekauft, das werde ich jetzt gleich mal ausprobieren", erzählte der junge Skandinavier. Zweiter wurde das italienische Talent Gianluca Facchetti (Rockstar Energy Suzuki Europe). Der 14-Jährige war zwar glücklich über sein gutes Ergebnis, hatte aber auch viel Mitleid mit Kim Savaste, der im ersten Rennen aufgrund eines Stoßdämpferbruchs den ersten Platz einbüßte und sich im zweiten Lauf nach einem Sturz von Rang 26 auf die gerade mal zehnte Position vorkämpfen konnte. Facchetti kommentierte das Ganze wie folgt: "Klar ist das ein toller Abschluss für mich, aber ich finde es schade, dass ich mich nicht gegen Kim beweisen konnte, denn er ist ein toller Partner im Rennen, mit dem es immer sehr spannend bleibt." Gesamtdritter wurde der Chemnitzer Jeremy Sydow (ADAC Sachsen, KTM).

Rahmenprogramm

Beim traditionellen Motocross-Weitsprungwettbewerb am Samstagabend konnten vor allem die Franzosen von sich reden machen. Grégory Aranda (Sturm Racing Team, Kawasaki) sackte mit einer Weite von 56,9 Metern die Siegprämie von 1.000 Euro ein, 500 Euro gingen an seinen Landsmann Florent Richier (KTM Kosak Racing) für Platz zwei. Der Rieder Pascal Rauchenecker landete zwar nur auf Position drei, bleibt mit seinen 66,8 Metern aus 2013 aber nach wie vor Rekordhalter.

Das dritte der insgesamt acht Events findet am 27. und 28. Juni im baden-württembergischen Aichwald östlich von Stuttgart statt. Bei dem schwäbischen Stimmungsgaranten können sich Motocross-Begeisterte auf eine 1.755 Meter lange, anspruchsvolle Wiesenbodenstrecke freuen, auf der Piloten aller drei Klassen aufregende Manöver zeigen wollen. Besonders Lokalmatador Lars Reuther ist schon jetzt gespannt auf die Strecke "In den Horben" des Vereins MSC Eiserne Hand. Der Pleidelsheimer wohnt nur circa 40 Kilometer von Aichwald entfernt und will seinen anfeuernden Freunden und Familienmitgliedern sein Können beweisen.


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