ADAC Motorboot Masters - Riabko hat bereits eine Hand am Titel

Ernüchterndes Heimrennen für Szymura

Edgaras Riabko triumphierte in Berlin und kann beim Finale des ADAC Motorboot Masters bereits taktisch fahren.

Motorsport-Magazin.com - Edgaras Riabko (Litauen) ist seiner Titelverteidigung im ADAC Motorboot Masters am vorletzten Rennwochenende in Berlin-Grünau einen großen Schritt näher gekommen. Der Litauer gewann eines der beiden Sprintrennen sowie den Hauptlauf und darf sich in der Meisterschaft nun über eine solide Führung von 50 Punkten freuen. Titelrivale Mike Szymura (Berlin) machte unmittelbar vor dem Start des Hauptrennens ein technischer Defekt zu schaffen. "Ich hätte Mike heute aber lieber auf der Strecke bezwungen, als durch seine technischen Probleme. Ich bin dennoch glücklich über meinen Sieg", sagte Riabko nach den Rennen in Berlin.

Das erste Sprintrennen am Samstag gewann Nikita Lijcs (Lettland), der von Pole Position startete und einen souveränen Sieg einfuhr. Hinter dem Letten fuhr Lokalmatador Szymura vom dritten Startplatz auf den zweiten Rang nach vorne. Im Duell um Rang drei musste sich der Ungar Attila Horvath Serien-Neuling Jesper Forss (Schweden) geschlagen geben, der zum ersten Mal in dieser Saison das Podium erreichen konnte. Der Meisterschaftsführende Riabko belegte vor Uwe Brettschneider (Berlin) den fünften Rang, Frederick Bastin (Belgien), Adrian Maniewski (Polen) und Gaststarter Jens Westphal (Berlin) nahmen die Plätze sieben bis neun ein.

Im zweiten Sprintrennen am Sonntag legte Brettschneider den besten Start hin. Der Lauf wurde nach einem Unfall von Bastin allerdings per Roter Flagge gestoppt. Beim Restart ließ sich Brettschneider nach wenigen Runden von Riabko überrumpeln, beging einen Fahrfehler und musste seine Führungsposition an den amtierenden Meister abtreten. Brettschneider rettete vor Szymura aber Rang zwei ins Ziel. Neben Bastin konnte auch Horvath das Rennen nach einem Überschlag nicht beenden. Beide Fahrer traten aber zum Hauptrennen wieder an.

In diesem musste Szymura seine Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg früh begraben. Zwar stand der Berliner auf Pole Position, doch musste seine Crew während der Startprozedur einen Defekt am Motor seines Bootes beheben. Erst mit einiger Verspätung konnte Szymura den Hauptlauf aufnehmen. Mit der Wut im Bauch kämpfte er sich zwar noch auf Rang vier nach vorne, um die Podiumsplätze konnte er aber nicht mehr kämpfen. Der Sieg ging an Riabko, der sich deutlich vor Lijcs und Brettschneider durchsetzte.

In der Meisterschaftswertung des ADAC Motorboot Masters hat Riabko nun 50 Punkte Vorsprung auf Szymura, der in dieser Saison maximal noch 80 Zähler holen kann. Damit reichen Titelverteidiger Riabko bei den finalen Läufen in Düren bereits zwei dritte Plätze in den Sprints oder Rang drei im Hauptrennen zum neuerlichen Gewinn der Gesamtwertung. Das Finale im ADAC Motorboot Masters findet am 5. Oktober in Düren statt.

Die Stimmen der Top-Drei

Edgaras Riabko (29, Litauen), Sieger:
"Ich bin überrascht von meiner heutigen Leistung. Im ersten Sprintrennen war ich nur Fünfter, obwohl ich meinen besten Propeller eingesetzt habe. Heute haben wir einfach Risiko genommen und den Propeller auf gut Glück getauscht. Damit hatten wir zwar rund drei km/h weniger Spitzengeschwindigkeit, aber dafür bessere Beschleunigung. Das war vor allem bei dem hohen Wellengang ein Vorteil. Ich hätte Mike (Szymura) heute aber lieber auf der Strecke bezwungen, als durch seine technischen Probleme. Ich bin dennoch glücklich über meinen Sieg. Ich mag derartige Bedingungen mit viel Wind und hohen Wellen und erziele unter solchen Konditionen immer gute Resultate."

Nikita Lijcs (18, Lettland), Zweiter:
"Wir hatten leider ein paar Probleme, deshalb geht dieses Ergebnis mehr als in Ordnung. Der Motor hat sich an diesem Wochenende sehr seltsam verhalten. In einem Rennen lief er einwandfrei, dann wieder nicht. Gestern war es einfacher, weil die Wetterbedingungen nicht so schwierig waren. Die hohen Wellen und der Wind haben uns heute zugesetzt. Als sich Attila direkt vor mir überschlug, hatte ich eine Schrecksekunde. Ich konnte wegen der Gischt kurz nichts sehen, musste viel Fahrt herausnehmen und einen Umweg um sein Boot fahren."

Uwe Brettschneider (48, Deutschland), Dritter:
"Ich bin sehr zufrieden. Mein großes Ziel war, vor heimischem Publikum auf das Treppchen zu kommen und ich bin froh, dass uns das gelungen ist. Man sieht, dass ich das Fahren nicht verlernt habe. Die Atmosphäre war toll und wir konnten all unsere Gäste und Sponsoren zufrieden stellen. Im zweiten Sprintrennen habe ich leider einen Fehler begangen, sonst hätte es dort wohl sogar zum Sieg gereicht. Ich wollte an der Wendeboje zu viel, musste Gas wegnehmen und dadurch hatte ich auf der Geraden nicht mehr genug Geschwindigkeit im Vergleich zu Riabko."


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