ADAC GT Masters - Kolumne - Maximilian Buhk

Den Schalter umlegen: Von Frust auf Vollgas!

Maximilian Buhk zählt zu den hoffnungsvollsten Talenten im Rennsport. In seiner Kolumne erzählt er von seinem schwierigen Wochenende auf dem Slovakia Ring.
von

Motorsport-Magazin.com - Hallo liebe Motorsport-Magazin.com-Leser,

hinter mir liegt ein schwieriges Wochenende in der Slowakei, das einige Missverständnisse und Fragen aufgeworfen hat. Ich rede natürlich vom zweiten Lauf des ADAC GT Masters am Sonntag auf dem Slovakia Ring. Wir wurden nachträglich aus der Wertung genommen, weil ich mich nach Meinung der Sportkommissare nach meinem Ausfall nicht an die Anweisungen der Streckenposten gehalten habe.

Maximilian Buhk erlebte in der Slowakei ein Wochenende zum Vergessen - Foto: ADAC GT Masters

Der Hergang ist schnell erzählt: Ich hatte einen Reifenschaden hinten links und nach einem Gespräch mit meinem Ingenieur war klar, dass ich unser Auto so schnell wie möglich abstellen musste. Mir war sofort bewusst, dass mehr als nur der Reifen kaputt war. Wäre ich weitergefahren, hätte ich vielleicht sogar noch jemanden mitgenommen. Leider war ich gerade an einer Rettungsgasse vorbei, der Abstellort war aus meiner Sicht aber trotzdem sicher; ich parkte gegenüber der Ideallinie und war so nah wie möglich an der Leitplanke.

Es ist kein schönes Gefühl, da drin zu sitzen, es wird immer heißer und du siehst nichts mehr. Purer Kontrollverlust.
Maximilian Buhk

Ich bin sofort ausgestiegen, denn das Auto war nach dem Reifenschaden voller Rauch. Ich kann euch sagen: Es ist kein schönes Gefühl, da drin zu sitzen, es wird immer heißer und du siehst nichts mehr. Purer Kontrollverlust. Mir wurde langsam klar, was mir die Streckenposten gestikulieren wollten. Ich habe ihnen auf Englisch erklärt, dass ich das Auto nicht wegfahren kann, weil das Differential Schaden genommen hat. Leider sprachen sie kein Englisch und schienen mich nicht zu verstehen und forderten mich durch weitere Gesten auf, wieder ins Auto zu steigen. Ich beharrte aber auf meinem Standpunkt. Was im Nachhinein nicht die beste Entscheidung war.

Es war mir echt unangenehm zu sehen, wie lange die Bergung meines Autos dauerte und dass ich der Verursacher des Safety Cars war. Ich versuchte nachher den Sportkommissaren die Situation zu erklären. Leider waren sie anderer Meinung und gaben mir die Schuld an der Verzögerung. Sie erklärten mir, dass das Reglement in einer derartigen Situation ganz klar sei: die Streckenposten sind in diesem Moment Sachrichter und ihren Anweisungen ist folge zu leisten. Auch wenn alles in der Hitze des Gefechts sehr unglücklich gelaufen ist, so habe ich an diesem Tag diese wichtige Lektion gelernt.

Maximilian Buhk hat eine Lektion gelernt - Foto: Thorsten Baering

Mir wurde dann erklärt, dass wir für das zweite Rennen aus der Wertung genommen werden und dass mein Fall vor das Sportgericht des DMSB geht. Ich weiß nicht, ob ich da Konsequenzen zu erwarten habe. Aber auch hier bleibt mir nichts anderes übrig, als einfach meine Sicht der Dinge zu schildern. Ich musste schnell aus dem Auto und habe den Streckenposten meine Situation eindringlich erklärt. Doch eines weiß ich: Nochmal würde ich nicht so handeln. Jetzt heißt es für mich abwarten und das Beste hoffen.

Weiter Vollgas und nach vorne blicken

Ich werde das jetzt abhaken müssen und nach vorne blicken. Leider haben wir mit dieser Doppel-Null auf dem Slovakia Ring sehr viele Punkte verloren. Ich glaube, dass das für uns nichts mehr mit dem Titel wird. Die ersten beiden Tage nach einem so verkorksten Wochenende bin ich dann natürlich frustriert und geknickt. Aber letztlich kann ich nichts ändern und muss das einfach abschütteln und mich auf neue Aufgaben konzentrieren. Und das ist das schöne im Motorsport: Es geht schon bald wieder weiter! Ein Boxer hat nur zwei bis drei Kämpfe im Jahr. Wir steigen schon nächstes oder übernächstes Wochenende wieder in die Kiste. Und Rückschläge kann es immer geben, aber es geht darum, damit klarzukommen und daraus die richtigen Lehren zu ziehen. Auch wenn die Perspektiven in der Meisterschaft deutlich schlechter geworden sind, gebe ich weiterhin Vollgas. Ich glaube, dass man aus Fehlern oder schlechten Momenten am meisten lernen kann, sie einen am meisten voran bringen können.

Ich glaube, dass man aus Fehlern oder schlechten Momenten am meisten lernen kann, sie einen am meisten voran bringen können.
Maximilian Buhk

Genau das werde ich in zwei Wochen auf dem Slovakia Ring machen, wenn ich dort in der Blancpain Sprint Series nochmal antrete. Ich fange dort wieder bei null an, egal wie unglücklich das Ergebnis auch war. Ich bin voll fokussiert und möchte das Beste aus meinem Paket herausholen. Das gleiche gilt natürlich für das letzte Augustwochenende, wo es dann im ADAC GT Masters auf dem Nürburgring weitergeht. Dort waren wir letztes Jahr gut unterwegs und ich sehe keinen Grund, warum das nicht wieder klappen sollte. Also: Weiterhin fleißig Daumen drücken, dass weitere Erfolge nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Euer Maximilian

Unterschrift von Maximilian Buhk


Weitere Inhalte:

nach 6 von 8 Rennen
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x