ADAC Formel Masters - Bittere Bestrafung kostet Schiller Podestplatz

Die Lausitz war keine Reise wert

Ein Ausfall sowie eine Zeitstrafe kosteten die Siegburger Motorsportler wertvolle Punkte. Im letzten Lauf gelang jedoch noch ein versöhnliches Ende.

Motorsport-Magazin.com - Über den silbernen Pokal für seinen dritten Platz im ADAC Formel Masters konnte sich Alessio Picariello leider nur kurze Zeit freuen. Gerade hatte der 18-jährige Pilot des Siegburger Teams G&J / Schiller Motorsport auf dem Siegerpodest noch stolz seine Trophäe den zahlreichen Fotografen und TV-Crews präsentiert, da erfuhr er, dass die Sportkommissare ihm sowie zwei seiner Mitbewerber nachträglich eine 30-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt hatten, wodurch er in der Wertung bis auf Rang neun zurückversetzt wurde. "Die Rennleitung hat bei der Auswertung unserer Sektorenzeiten festgestellt, dass wir während der Gelbphase nach einem Unfall zu schnell unterwegs waren. Das ist sehr ärgerlich, aber leider nicht zu ändern", gab der gebürtige Belgier zerknirscht zu.

Das ist sehr ärgerlich, aber leider nicht zu ändern
Alessio Picariello

Das sechste Rennwochenende der ADAC Formel Masters auf dem EuroSpeedway Lausitz verlief für den Siegburger Unternehmer und Teamchef Hardy Schiller schon von Beginn an nicht ganz so wie man es sich erhofft hatte. Sein Schützling war als Viertplatzierter nach Brandenburg gereist und wollte mit guten Resultaten in den drei Wertungsläufen unbedingt den Sprung in die Spitzengruppe des Championats schaffen. Doch bereits im Zeittraining fehlte dem dreifachen belgischen Kartmeister mit seiner Rundenzeit von 1:48,690 Minuten eine gute halbe Sekunde auf die begehrte Pole Position. "Das Qualifying war schwierig, wir hatten leider ein paar Probleme mit dem Setup des Autos", erklärte Alessio Picariello. "Es ist halt unsere Premierensaison im Formel Masters und anders als die meisten anderen Teams, die hier zum Teil mehrfach getestet haben, sind wir noch nie zuvor auf dem Lausitzring gefahren."

Es ist halt unsere Premierensaison im Formel Masters
Hardy Schiller

Aus der dritten Startreihe ging der talentierte Nachwuchsrennfahrer am Samstag Nachmittag ins erste Rennen und musste sich im Startgetümmel zunächst hinter dem Schweizer Jeffrey Schmidt an der sechsten Position einreihen. Schon in der dritten Runde konnte er den Lotus-Piloten allerdings niederringen und auf den fünften Platz nach vorne fahren. Bei dem anschließenden Versuch, dessen Teamkollegen Marvin Kirchhöfer auszubremsen, riskierte der 18-jährige jedoch zuviel und rutschte ins Kiesbett, was das vorzeitige Aus bedeutete. Im zweiten Durchgang am Sonntag Morgen begeisterte der 18-jährige die Zuschauer auf den voll besetzten Tribünen wieder mit packenden Zweikämpfen. Auf Platz drei fahrend setzte er rundenlang den vor ihm fahrenden Tabellenführer Gustav Malja aus Schweden unter Druck, verteidigte sich dabei aber gleichzeitig auch gegen den nachdrängenden Lokalmatador Henrik Grapp. Der Berliner fuhr Picariello bei einem missglückten Überholversuch sogar ins Heck, doch der konnte das Rennen zum Glück fortsetzen und seinen dritten Platz bis ins Ziel verteidigen - bis die bereits erwähnte Zeitstrafe seinen Erfolg zunichte machte.

Pech nur, dass er in Lauf eins im Kiesbett stecken geblieben ist und seinen dritten Platz im zweiten Rennen aberkannt bekam
Hardy Schiller

So konnte Alessio Picariello erst im dritten und letzten Lauf des Wochenendes sein Können in ein zählbares Resultat umwandeln. Von Platz neun gestartet, überzeugte der Schiller-Pilot auf dem 4,534 km langen Grand Prix-Kurs mit einer spektakulären Aufholjagd, die ihn von Platz neun am Ende bis an die vierte Position nach vorne brachten. So konnte er insgesamt wenigstens noch neun Punkte zu seinem Konto in der Fahrerwertung hinzuaddieren und damit Rang vier in der Meisterschaft verteidigen. Teamchef Hardy Schiller war dementsprechend nicht ganz unzufrieden. "Der Junge hat hier eine solide Leistung gezeigt und vor allem mit seiner Zweikampfstärke überzeugt", fasste das Mitglied des AMC Siegburg zusammen. "Pech nur, dass er in Lauf eins im Kiesbett stecken geblieben ist und seinen dritten Platz im zweiten Rennen aberkannt bekam. Aber wir werden nicht aufgeben und bei unserem Heimspiel in zwei Wochen auf dem Nürburgring wieder voll angreifen. Dort haben wir schließlich Mitte Juli in unserem erst zehnten Rennen bereits den ersten Saisonsieg geholt. Unser Ziel ist nach wie vor ein Platz unter den ersten Drei in der Meisterschaft!"


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