24 h Nürburgring - 24h Nürburgring 2017: Die Stimmen zum Rennen

Die Reaktionen zur 45. Schlacht durch die Grüne Hölle

Hitzeschlacht, Favoritensterben und am Schluss ein beispielloses Regenchaos. So haben die Beteiligten die 24h Nürburgring 2017 erlebt:
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Die Audi-Stimmen zum Rennen

Chris Reinke, Kundensport-Leiter bei Audi: " Wir haben bei Temperaturen von mehr als 25 Grad Celsius und einem Regenschauer in der Schlussphase eines der härtesten, dramatischsten und schnellsten Rennen der Geschichte erlebt. Audi war dabei die dominante Marke mit 143 Führungsrunden – das entspricht über 90 Prozent des Rennens. Einen herzlichen Glückwunsch an unsere Kunden, alle ihre Teammitglieder und die Fahrer, die dieses Ergebnis ermöglicht haben. Das ist ein dramatisch errungener Erfolg, der in die Motorsport-Geschichtsbücher eingehen wird."

24h Nürburgring 2017: Die Highlights des Rennens: (06:05 Min.)

Markus Winkelhock (Land-Audi #29, Platz 1): "Ich bin absolut happy, wir waren 22 Stunden in Führung, also fast die ganze Renndistanz, dann kam das Problem und wir waren nur noch auf P3. Ich kann es nicht richtig begreifen. Ich saß im LKW und niemand konnte begreifen, was da abgeht."

Kelvin Van Der Linde (Land-Audi #29, Platz 1): "Im ersten Moment konnte ich nicht dran denken, sondern nur pushen. Das Team hat über Funk gesagt ich soll pushen und den BMW überholen beim Stopp, wenn alles klappt. Dann beim Stopp hatten wir beim Tanken Probleme. Irgendwann habe ich dann über Funk gehört, dass wir Regenreifen drauf haben."

Drama: Land-Audi verliert Führung 1,5 Stunden vor Schluss!: (03:13 Min.)

Christopher Mies (Land-Audi #28 / #29, DNF und Platz 1): "Es ist un-fucking-fassbar. Sorry für das Wort, aber ich kann es nicht beschreiben. Eben noch in der Box gestanden mit zwei Minuten Rückstand, und die Jungs haben nicht aufgegeben, weiter gemacht, den Fehler gefunden, behoben. Vielen Dank an Land, an Audi, an meine Teamkollegen. Wahnsinns-Leistung, ich bin megastolz auf unsere Truppe!"

René Rast (WRT-Audi #9, Platz 3): "Wir hatten eigentlich ein perfektes Rennen. Dadurch, dass der Land-Audi Probleme hatte, hatten wir die letzte Stunde angeführt. Dann kam der Regen dazu und wir haben dann im Endeffekt auf Slicks gesetzt, was dann am Ende die falsche Reifenwahl war. Ich musste dann wieder reinkommen, nochmal Regenreifen holen und dann war das Land-Auto mit den Regenreifen schon vorbei. Das ist natürlich auf der einen Seite schön, weil ein Audi gewonnen hat, aber auf der anderen Seite wär natürlich ich gern der Audi gewesen, der gewonnen hat. Aber ich denke, wir können zufrieden sein mit dem ersten und dritten Platz."

Die BMW-Stimmen zum Rennen

Markus Palttala (ROWE-BMW #98, Platz 2): "Wenn man sich die Gesamtsituation ansieht, dann hätten wir eigentlich nicht mit einem Podium gerechnet. Nach dem Top-30-Qualifying, in dem alle Vollgas gegeben haben, wussten wir, dass es wirklich schwierig wird. Es ist toll, dass wir es auf das Podest geschafft haben. Die letzten Runden waren mehr als spannend, und Nicky ist sensationell gefahren. Das gesamte Team – gemeinsam mit BMW Motorsport – hat an diesem Wochenende einen großartigen Job gemacht, um im Rennen das maximal mögliche Ergebnis zu holen."

Der ROWE-BMW #98 sah als Zweiter die Zielflagge - Foto: BMW

Nick Catsburg (ROWE-BMW #98, Platz 2): "Wir haben alle gehört, dass die Chance auf Regen besteht. Im Auto war ich mir jedoch sicher, dass es nicht regnen würde, denn es war so sonnig. Das Team hat mir dann über Funk mitgeteilt, dass erste Tropfen gemeldet werden. Aber als ich an dieser Stelle vorbeikam, war es vollkommen trocken. Das ist zweimal passiert... und plötzlich hat es richtiggehend geschüttet, aber nur auf einzelne Abschnitte der Strecke begrenzt. Deshalb bin ich auf Slicks geblieben. Doch in der zweiten Runde, nachdem der Regen eingesetzt hatte, stand Wasser auf großen Teilen der Strecke. Es war mir bei 10 km/h fast unmöglich, das Auto auf der Strecke zu halten. Auf der letzten Runde war das Auto auf Regenreifen einfach fantastisch, und es ist uns gelungen, noch den zweiten Platz zu holen. Es fühlt sich großartig an, auf dem Podium zu stehen. Es ist eine unglaubliche Veranstaltung, und ich bin über dieses Resultat sehr glücklich."

Richard Westbrook (ROWE-BMW #98, Platz 2): "Dieses Ergebnis fühlt sich fast wie ein Sieg an. Wir hatten im Training und im Qualifying Schwierigkeiten, aber dann haben wir alles gegeben und voll attackiert. Es war mit den Reifen nicht einfach, und der Audi war etwas schneller. Aber das gesamte Team hat dieses Podium mehr als verdient, denn wir sind das perfekte 24-Stunden-Rennen gefahren. Glückwunsch an jeden in unserem Team."

Alexander Sims (ROWE-BMW #98 / #99, Platz 2 und 10): "Das ist der Wahnsinn, es ist einfach wunderbar. Es war das vierte Mal, dass ich hier an den Start gegangen bin, und genauso wie den Sieg im vergangenen Jahr in Spa hatte ich dieses Ergebnis nicht erwartet. Wir haben das gesamte Rennen über keinen einzigen Fehler gemacht, jeder hat einen herausragenden Job abgeliefert. Wir haben jede Möglichkeit genutzt, die sich uns geboten hat, und deshalb hat das Team das Podium mehr als verdient. Der letzte Stint war wirklich aufregend, und Nick hat einen fantastischen Job gemacht. Ich freue mich wirklich sehr über diesen Podiumsplatz."

Schnitzer holte beim Comeback Platz 4 durch die #42 - Foto: BMW

Martin Tomczyk (Schnitzer-BMW #42, Platz 4): "So ein verrücktes Finale erlebt man nur am Nürburgring. Es war ein Reifenpoker, in dem die Jungs von ROWE Racing im Vergleich zu uns das etwas bessere Händchen hatten. Glückwunsch zum zweiten Platz! Wir waren lange im Rennen um das Podium, doch ein paar Probleme haben uns entscheidend zurückgeworfen. Wir waren immer in Sichtweite zur Spitze, kamen aber nie mehr wirklich in Schlagdistanz. Am Ende hat uns vielleicht generell ein wenig Speed gefehlt, aber wir hatten einen tollen Teamgeist und haben sehr gut harmoniert. Nächstes Jahr greifen wir wieder an."

Augusto Farfus (Schnitzer-BMW #42 / #43, Platz 4 und DNF): "Es ist sehr schade, dass wir mit der Startnummer 43 das Ziel nicht erreicht haben. Ich wurde beim Überholen von einem anderen Auto getroffen, dabei wurde unser Fahrzeug beschädigt. Ein paar Kurven später bin ich dann in die Leitplanken eingeschlagen und das Rennen war zu Ende. Es ist schön für die Mannschaft, dass wir mit der Startnummer 42 noch ein gutes Resultat erreicht haben und unser Kampfgeist belohnt wurde."

Marco Seefried (Falken-BMW #33, Platz 8): "Es war für jeden ein schwieriges Rennen, die Pace war unglaublich hoch. Obwohl wir von relativ weit hinten gestartet sind, haben wir gut hineingefunden ins Rennen, uns sukzessive vorgearbeitet und uns zwischen den Plätzen vier und sechs eingerichtet. Leider hat uns dann ein Reifenschaden in Folge eines Zwischenfalls mit einem anderen Auto Zeit gekostet. Grundsätzlich sind wir mit dem Ergebnis aber happy."

Der Falken-BMW erreichte das Ziel auf Rang acht - Foto: BMW

Philipp Eng (ROWE-BMW #99, Platz 10): "Ich denke, die gesamte BMW Familie hat hier einen sehr guten Job gemacht und ist dafür mit einem Podestplatz belohnt worden. Natürlich hätte ich selbst gerne auf dem Podium gestanden, aber ich gratuliere meinen Teamkollegen sehr herzlich. Sie haben diesen Erfolg verdient. Wir haben uns mit unserem Fahrzeug leider durch den frühen Reifenschaden einen Rückstand eingehandelt, den wir das gesamte Rennen über nicht mehr aufholen konnten."

Bruno Spengler (Schubert-BMW #20, Platz 11): "Ich habe in meinem ersten 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring extrem viel gelernt. Dieser Klassiker ist mit keinem anderen 24h- Rennen zu vergleichen. Vor allem an den Verkehr auf der Nordschleife mit derart vielen Autos musste ich mich erst einmal gewöhnen. Schade, dass wir dem Team kein besseres Ergebnis bescheren konnten, denn die Crew hat nach unserem Unfall im Top-30-Qualifying eine herausragende Leistung gezeigt und uns ein Top-Auto für das Rennen hingestellt. Trotzdem war dieses Wochenende eine fantastische Erfahrung für mich."

Jens Klingmann (Schubert-BMW, Platz 12): "Ich schaue mit gemischten Gefühlen auf das Rennen zurück. Auf der einen Seite sind wir bis zur letzten Runde ganz sauber durchgekommen – ohne Kratzer, ohne Reifenschaden, ohne technische Probleme. Dann kam das Chaos am Ende. Auf der anderen Seite hatten wir leider nicht den Speed, um vor allem mit den Audis an der Spitze mithalten zu können."

Walkenhorst BMW im Kies der GP-Strecke: (01:41 Min.)

Die Mercedes-Stimmen zum Rennen

Tobias Moers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Mercedes-AMG: "Okay, dieses Jahr hat es für uns hier beim 24-Stunden-Rennen nicht ganz so gut geklappt, wie im vergangenen Jahr. Ein Stück weit schade, da wir unsere Fans und natürlich auch unser ganzes Team in Affalterbach gerne mit einem Sieg zum 50-jährigen Jubiläum von Mercedes-AMG beschenkt hätten. Aber das ist Motorsport. Herzlichen Glückwunsch an Audi und BMW, die hier schon eine überraschend starke Leistung gezeigt haben. Wir werden jetzt analysieren, warum wir nicht ganz an der Spitze mitfahren konnten, und uns bereits jetzt Gedanken für nächstes Jahr machen. Nichtsdestotrotz haben unsere Teams und auch unsere Fahrer eine starke Vorstellung abgeliefert und dieses harte Rennen mit viel Engagement und Professionalität bis zur letzten Kurve mit Herzblut bestritten. Das ist wahrer AMG Spirit und dafür gebührt der ganzen Mannschaft von meiner Seite ein großes Dankeschön."

Stefan Wendl, Projektleiter GT3 bei Mercedes-AMG: "Das waren im wahrsten Wortsinn heiße 24 Stunden hier am Nürburgring. Die unerwartet hohen Temperaturen haben es für alle Teams schwer gemacht, die richtige Mischung aus Speed und Reifenmanagement zu finden. Wir hatten zwar grundsätzlich eine gute Strategie, konnten aber nicht ganz den Speed an der Spitze mitgehen und mussten deswegen immer sehr hart pushen. Diesem Einsatz sind wir in der turbulenten Schlussphase bei einsetzendem Regen dann leider auch zum Opfer gefallen. Dennoch ein großes Lob an unsere Mercedes-AMG Teams und unsere Fahrer, die hier wirklich 24 Stunden hart gekämpft haben. Und natürlich Glückwunsch an das Audi Sport Team Land zum Sieg."

Die Porsche-Stimmen zum Rennen

Dr. Frank-Steffen Walliser, Motorsport-Leiter bei Porsche: "Porsche war in sehr vielen Klassen erfolgreich, was unterstreicht, dass uns Kunden- und Breitensport über alle Klassen hier am Nürburgring wichtig war. Dagegen ist der Blick auf die Top-Klasse eher betrüblich. Wir hatten hier sehr viel Pech und haben Autos durch Unfälle verloren. An zwei Kundenfahrzeugen gab es auch noch technische Probleme, was uns schließlich dazu gezwungen hat, vier von sechs GT3-Autos abzustellen. Die beiden anderen Fahrzeuge haben die 24-Stunden am Nürburgring allerdings völlig problemlos bewältigt. Der Abschluss in den Top Ten ist okay, aber nicht das, weshalb wir zum Nürburgring gereist sind."

Das Aus für den Falken-Porsche: (02:02 Min.)

Michael Christensen (Frikadelli-Porsche #31, Platz 6): "Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, Mechaniker, Ingenieure und Fahrer haben gut zusammengearbeitet. Während der gesamten 24 Stunden hatten wir nicht einen Kontakt mit einem anderen Fahrzeug. Das ist hier in der Grünen Hölle schon sehr ungewöhnlich. Wenigstens der Schauer am Ende hat uns in die Karten gespielt. Wir haben auf Regenreifen gewechselt, und so konnte Lucas Luhr noch bis auf Rang sechs vorfahren."

Klaus Abbelen (Frikadelli-Porsche #30, Platz 17): "Am Ende wurde es noch einmal hektisch. Ich fuhr vor unserem 31er Porsche und als ich den Regen sah, habe ich sofort gefunkt, dass das andere Auto Regenreifen braucht. So haben wir flott noch einmal Plätze gutgemacht und sind Sechste geworden - Ziel erreicht. Wir selbst konnten uns trotz Regenreifen leider nicht mehr verbessern, dafür war nach vorne und hinten zu viel Luft. Alles richtig gemacht, ich bin voll zufrieden. Alle Jungs und Mädels aus dem Team und der Werkstatt bekommen eine Prämie, weil sie so fleißig und fehlerfrei gearbeitet haben!"

Patrick Pilet (Manthey-Porsche #911, DNF): "Dieses Ergebnis ist sehr schade für das gesamte Team, denn alle haben in den letzten Wochen hart gearbeitet. Wir haben gekämpft und alles versucht, konnten aber leider den Defekt nach der Berührung durch ein anderes Fahrzeug nicht mehr beheben. So ist das hier in der Grünen Hölle, da kann alles passieren. Wir müssen jetzt nach vorne schauen und werden im nächsten Jahr umso stärker zurückkommen."

Laurens Vanthoor (Falken-Porsche #44, DNF): "Dieser Ausfall ist sehr enttäuschend. Wir haben uns im Rennen langsam vorgearbeitet, ohne dabei zu viel Risiko einzugehen. Unsere Pace war gut, aber am Ende hat leider der Nürburgring gewonnen und wir haben verloren."


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