24 h Nürburgring - Heidfeld: So lief sein Marathon-Abenteuer

Ärgerliche Kollisionen

Nick Heidfeld startete im Japan-Bomber Nissan GT-R bei den 24 Stunden am Nürburgring. Unbeschadet kam er nicht aus der Grünen Hölle...

Motorsport-Magazin.com - Zwei Kollisionen mit langsameren Konkurrenten haben Nick Heidfeld und Florian Strauß beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring eine sichere Top-Ten-Platzierung gekostet. Im Werks-Nissan GT-R NISMO GT3 mit Startnummer 80 kamen der Ex-Formel 1-Pilot und der amtierende deutsche GT Academy-Champion zusammen mit dem Briten Alex Buncombe so nur auf Platz 13 in der Königsklasse SP9/GT3 ins Ziel.

Eine Energieleistung, musste der als vierter Fahrer gemeldete Lucas Ordonez doch kurz vor dem Rennen wegen einer Grippe absagen. Zum härtesten Langstreckenrennen der Welt waren am Samstag über 160 Autos mit rund 600 Fahrern angetreten - darunter erstmals gleich drei Nissan GT-R NISMO GT3 mit zusammen elf Piloten.

Der erst seit neun Monaten als Rennfahrer aktive Ex-Gamer Florian Strauß musste durch den Ausfall von Ordonez ebenso wie seine Kollegen Extraschichten einlegen - und tat dies zur vollsten Zufriedenheit der Teamleitung. Insgesamt absolvierte Florian acht Stunden auf der 25 Kilometer langen und mit 72 Kurven gespickten Nordschleife bravourös.

Foto: Patrick Funk

Nicht allzu nervös

"Ich war nicht allzu nervös, da ich die Strecke schon bei einem vorangegangenen VLN-Rennen kennenlernen konnte", sagte der Berliner. "Nachdem wir gleich am Anfang etwas Pech hatten, wollte ich so viel Boden wie möglich wieder gutmachen. An einem Punkt lief ich auf Chiyo-san im Nissan mit Nummer 30 auf, und wir hatten im dichten Verkehr einen schönen Zweikampf. Ich zwang mich aber, ruhig zu bleiben und in einen guten Rhythmus zu kommen, um das Beste für das Team herauszuholen."

Das von Strauß angesprochene Pech ereignete sich gleich in Runde eins, als eine leichte Kollision Startfahrer Buncombe zur Reparatur an die Box zwang. Der Zwangshalt kostete das Team eine Runde, doch danach war Alex in der Lage, die Rundenzeiten der Spitze mitzugehen.

Foto: Patrick Funk

Speed für die Top-10

Auch Nick Heidfeld legte einige schnelle Stints hin, ehe Nissan in der Nacht erneut vom Pech eingeholt wurde. "Nach dem tiefsten Punkt der Fuchsröhre, einer bekanntlich sehr schnellen Stelle, sah ich auf dem Bergaufstück ein gelbes Licht und doppelt geschwenkte gelbe Flaggen. Zeichen dafür, dass man auf 60 km/h verzögern muss. Ich bremste so stark wie möglich, doch kam die Warnung etwas zu spät. Plötzlich standen zwei Autos quer auf der Bahn. Ich hatte die Wahl, eines der beiden zu touchieren oder aufs Gras auszuweichen. Da ich nicht sicher war, ob vielleicht Streckenposten auf dem Seitenstreifen waren, entschied ich mich zur Kollision."

Der Zusammenprall war heftig genug, um den Nissan eine Stunde lang an die Box zu binden. Wieder hergerichtet, lief die Nummer 80 dann klaglos durch bis ins Ziel. "Insgesamt hat das Rennen schon Spaß gemacht, auch wenn wir das angepeilte Ergebnis verfehlt haben", sagte der Mönchengladbacher. "Realistisch betrachtet hatten wir den Speed für eine Top Ten Platzierung."


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