24 h von Le Mans - Regenchaos wirft Feld über den Haufen

Verluste bei allen Herstellern

Ein Regenschauer nach 90 Minuten hat das gesamte Rennen in Le Mans durcheinander gewürfelt. Alle Hersteller haben bereits Verluste erlitten.
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Motorsport-Magazin.com - Das Rennen in Le Mans schien nach Plan zu laufen, doch nach 90 Minuten änderte sich plötzlich alles: Ein heftiger Regenschauer fegte über die Strecke hinweg und rief das Safety Car auf den Plan, das eigentlich aber diesem Jahr eingespart werden sollte. Auslöser war eine Kollision zwischen dem Audi von Marco Bonanomi (Startnummer 3) und Nicolas Lapierre (Nummer 8) bei regennasser Fahrbahn. Auch der AF-Corse-Ferrari von Sam Bird, der die GTE Am anführte, war involviert. Alle drei Autos wurden schwer beschädigt und sind aus der Entscheidung raus.

Kurzer Auftritt: Der Nissan ZEOD RC ist schon draußen - Foto: Sutton

Überhaupt hinterließ Audi einen starken Eindruck und konnte Toyota zeitweise sogar überholen. Am Start sah noch alles nach einer Toyota-Dominanz aus: Alex Wurz stürmte vorne weg, der Porsche von Neel Jani fiel schnell dem zweiten Toyota von Nicolas Lapierre zum Opfer. Der Porsche von Timo Bernhard fiel schnell ans Ende der LMP1-H-Boliden zurück. Die drei Audi R18 e-tron quattro ließen diesen schnell hinter sich und arbeiteten sich an Jani heran.

Doch nur Lotterer konnte den Porsche überwinden, die anderen beiden R18 blieben zunächst hinter Jani hängen. Das Problem löste sich für Audi von selbst, als Jani plötzlich langsam um den Kurs rollte und in die Box geschoben wurde. Ein Problem bei der Einspritzung kostete fünf Runden. Ein Ausrutscher von Nicolas Lapierre brachte Lotterer sogar die zweite Position ein. Und diese sollte er von da an verteidigen. Schließlich kam auch noch Marco Bonanomi am Toyota mit der Startnummer 8 vorbei, der nach dem Ausritt nicht mehr das Tempo des führenden TS040 Hybrid gehen konnte. Dieses war zwischenzeitlich wegen eines Unsafe Realease "under investigation", wurde aber nicht bestraft.

Crash auf der Hunaudieres

Als der Regen einsetzte, wurde die Situation unübersichtlich. Auf der Geraden kam es zur Kollision zwischen den beiden Werksfahrzeugen und dem GTE-Am-Ferrari. Von den Kameras war es nicht genau zu erkennen, es sieht aber so aus, dass Lapierre volles Rohr auf eine Gruppe Fahrzeuge auf Slicks sich zu bewegte, in die Eisen musste und sich dadurch wegdrehte. Bird traf den gestranden TS040 Hybrid und crashte danach in den auf Slicks dahinschleichenden Bonanomi. Alternativ könnte der Dreher des Toyotas auch durch einen Volltreffer von Bird ausgelöst worden sein. Lapierre konnte den Toyota an die Box zurückbringen, für den Audi von Bonanomi, Filipe Albuquerque und Oliver Jarvis ist das Rennen gelaufen, gleiches gilt für den Ferrari von Bird, Michele Rugolo und Stephen Wyatt.

Beim Start lief noch alles diszipliniert ab - Foto: Sutton

Nach zwei Stunden befindet sich das Feld hinter dem Safety Car. Der Unfall hat dem führenden Toyota geholfen: Alex Wurz, Kazuki Nakajima und Stephane Sarrazin haben aufgrund ihres bis dahin erarbeiteten Vorsprungs ein anderes SC erwischt als der Audi von Andre Lotterer, Marcel Fässler und Benoit Treluyer. Der nun drittplatzierte Porsche von Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley, der zunächst zurückgefallen war, ist hinter demselben Safety Car wie der Audi und ist dicht dran, während der Audi mit der Startnummer 1 auf Platz vier liegend ein weiteres SC Rückstand hat. Der Rebellion R-One von Nick Heidfeld, Nicolas Prost und Mathias Beche liegt als LMP1-L-Führender auf Gesamtrang fünf.

Regen und Safety Cars reißen kleine Klassen auseinander

Die GT-Klassen hielten von Anfang an das Versprechen, enges Racing zu erzeugen. Zwischen die GTE-Pro-Fahrzeuge mischte sich zu Beginn auch noch Sam Bird im später verunfallten GTE-Am-Ferrari. Gimmi Bruni wurde seiner Favoritenrolle gerecht und führte das Feld an. Doch er konnte sich nicht von den Corvetten absetzen, die sich in seinen Windschatten setzten und den einzelnen Pro-Aston-Martin mitschleppten. Dazwischen befand sich noch lange Zeit der GTE-Am-Ferrari. Dieses Quintett unterhielt bestens in den ersten 90 Minuten.

Der Regenschauer warf jedoch auch hier alles durcheinander: Einige Fahrzeuge stoppten für Regenreifen, konnten aber ihren Vorteil wegen des Safety Cars nicht ausspielen. Einige Fahrzeuge blieben auf Slicks draußen, sparten sich den Stopp und profitieren nun von der Neutralisation, während die Strecke wieder abtrocknet. Doch ein weiterer Schauer ist vorhergesagt. Gegenwärtig führt die Corvette von Oliver Gavin, Tommy Milner und Richard Westbrook vor dem Manthey-Porsche von Marco Holzer, Fred Makowiecki und Richard Lietz, obschon dieser ebenfalls kurz vor dem großen Crash die Mauer berührt hatte.

Sensationell: Der Porsche von Dempsey-Proton führt die GTE Am an - Foto: Speedpictures

Der zweite Manthey-Porsche von Patrick Pilet, Jörg Bergmeister und Nick Tandy liegt auf der dritten Position in der GTE Pro, alle drei führenden Fahrzeuge liegen aber hinter demselben Safety Car. Die zweite Corvette und der AF-Corse-Ferrari sind auf die Plätze vier und fünf zurückgefallen und haben ein SC Rückstand. In der GTE Am ist der Dempsey-Porsche mit Patrick Long am Steuer an die Spitze gespült worden, da er auf Slicks draußen blieb.

In die LMP2 hat der Regen nicht so stark eingegriffen, wohl aber das Safety car: Ähnlich wie in der GTE-Klasse anno 2013 wurde das Feld zerstückelt: Einen Riesenvorteil hat sich der Oreca 03R-Judd von Race Performance erarbeitet: Franck Mailleux liegt auf Gesamtrang sechs fahrend alleine an der Spitze des Feldes. Er teilt sich das Fahrzeug mit Michel Frey und Jon Lancaster. Der am Anfang starke KCMG-Oreca von Matthew Howson, Richard Bradley und Alexandre Imperatori hat Pech gehabt und wurde von einem anderen Safety Car eingefangen, dicht dahinter liegt der Alpine A450 von Signatech Alpine und den Fahrern Nelson Panciatici, Paul-Loup Chatin und Oliver Webb.

Eine Katastrophe erlebte der Nissan ZEOD RC: Nach nur 20 Minuten rollte der Keil ohne Vortrieb aus. Das Fahrzeug kam das gesamte Wochenende über nie wirklich in Fahrt.


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