24 h von Le Mans - Historisch: Audi baut leichtesten Sportprototyp

Sicherer, leichter, sparsamer

Noch nie war ein Le-Mans-Prototyp von Audi so effizient wie der R18 e-tron quattro. Neue Sicherheitsvorschriften erhöhen die Anforderungen.

Motorsport-Magazin.com - Audi hatte vor der Saison 2014 eine besonders anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen: Seit dem Einstieg der Marke in den Rennsport mit Le-Mans-Prototypen im Jahr 1999 waren die Sicherheitsvorschriften noch nie so ausgeprägt. Noch nie war ein Rennwagen komplexer und noch nie durfte er so leicht sein wie in diesem Jahr.

Der neue Heckcrasher ist eines von verschiedenen Elementen, die 2014 zusätzlich vorgeschrieben sind - Foto: Audi

Zielkonflikte sind für Konstrukteure – ob im Automobilbau oder im Rennsport – eine tägliche Aufgabe. Bei der Konzeption des neuen Audi R18 e-tron quattro standen die Ingenieure von Audi Sport jedoch vor einer anspruchsvollen Anforderung. Einerseits darf das Einsatzgewicht der LMP1-Rennwagen im Vergleich zum Vorjahr von 915 auf 870 Kilogramm sinken. 45 Kilogramm Gewichtseinsparung sind im Rennsport signifikant.

Zugleich aber enthalten die neuen technischen Regeln vielfältige Vorschriften, die ganz neue Lösungen erfordern und damit das Gewicht erhöhen. So schreibt beispielsweise das Reglement zum seitlichen Schutz des Fahrers erstmals seitliche Zylonpanels vor. Das besonders stoßfeste und zähe Material verhindert seitliche Intrusionen ins Cockpit bei einem Unfall. Auch das Monocoque selbst musste neu konstruiert werden, um den ab 2014 vorgeschriebenen höheren Prüflasten standzuhalten.

Neu sind auch acht Radhalteseile (zwei pro Rad), die bei einem Unfall verhindern sollen, dass sich die Räder vom Auto lösen. Ebenso verfügt der Audi R18 e-tron quattro 2014 über einen sogenannten Heck-Crasher. Dieses neue Bauteil aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) absorbiert bei einem Aufprall aufs Heck die Crashenergie. Und schließlich erlaubt das Reglement nun sieben statt sechs Vorwärtsgänge im Getriebe. Das neue Gangradpaar und seine Betätigung machen sich ebenfalls auf der Waage bemerkbar. "Wenn man alle Maßnahmen zusammenzählt, entspricht das einem Wert von mehr als 20 Kilogramm Zusatzgewicht", erklärt Dr. Martin Mühlmeier, Leiter Technik bei Audi Sport.

Niedriges Mindestgewicht

Audi hat den Anteil an CFK im Rennwagen stetig erhöht - Foto: Audi

So standen die Ingenieure vor der Aufgabe, den neu konstruierten Rennwagen noch leichter auszulegen als zuvor – um dieses Zusatzgewicht zu kompensieren und das niedrigere Mindestgewicht zu erreichen. "Es gibt dank unserer stetigen Entwicklungsarbeit keine Maßnahme mehr, die in einem einzelnen Schritt große Gewichtseinsparungen erbringen würde. Die Kunst besteht vielmehr darin, alle Details noch weiter zu verbessern", sagt Wolfgang Appel, Leiter Fahrzeugtechnik bei Audi Sport.

Audi hat den Anteil an CFK im Rennwagen stetig erhöht. In der Saison 2014 ist erstmals die Lenksäule des Sportprototyps aus diesem Material hergestellt. In verschiedenen Bereichen bleibt dieses Material allerdings verboten. So schreibt das Reglement beispielsweise vor, dass die Elemente der Radaufhängung weiterhin aus metallischen Werkstoffen bestehen müssen.

Jahr für Jahr wird der Spielraum durch diese Reglementvorgaben und technischen Möglichkeiten enger. Dennoch hat Audi mit dem R18 e-tron quattro für die aktuelle Saison sein Gewichtsziel verwirklicht. Der Diesel-Hybridsportwagen erreicht die Grenze von 870 Kilogramm.

In der Summe ist der neue Audi R18 e-tron quattro sicherer, leichter und effizienter als alle seine Vorgänger. Die Leichtbautechnologie von Audi hat daran einen maßgeblichen Anteil. Seit mehr als 20 Jahren beweist das Unternehmen seine Kompetenz in diesem Gebiet auch bei der Entwicklung seiner Serienprodukte.


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