24 h von Le Mans - Ordoñez fährt den Nissan ZEOD RC in Le Mans

Aufstieg zum Werksfahrer

Nissan hat Lucas Ordoñez als ersten von drei Piloten für den erstmals bei den 24 Stunden von Le Mans startenden Elektrosportwagen Nissan ZEOD RC nominiert

Motorsport-Magazin.com - Nissan hat Lucas Ordoñez als ersten von drei Piloten für den erstmals bei den 24 Stunden von Le Mans startenden Elektrosportwagen Nissan ZEOD RC nominiert. Der Spanier gewann 2008 die damals neu von Sony und Nissan ausgeschriebene GT Academy und stand in den vergangenen drei Jahren in Le Mans schon zweimal auf dem Siegertreppchen der LMP2-Klasse.

Der Nissan ZEOD RC soll am Wochenende des 14./15. Juni als erster Rennwagen in der Le Mans-Geschichte eine komplette Runde auf dem 13,6 Kilometer langen "Circuit de la Sarthe" allein mit Elektrokraft zurücklegen. Danach übernimmt ein nur 40 Kilogramm schwerer Dreizylinder-Benziner (Nissan DIG-T R) den Vortrieb. Dank Turboaufladung und Benzin-Direkteinspritzung holt er aus nur 1,5 Liter Hubraum 400 PS. Bis zum nächsten Routinetankstopp nach jeweils einer Stunde Renndauer werden die Batterien via Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) neu aufgeladen. Um dann erneut für eine Rennrunde genügend "Saft" zur Verfügung zu haben.

Foto: Nissan

"Bei einem Besuch im Werk in England habe ich bereits erleben können, mit wieviel Ehrgeiz alle am ZEOD-Projekt beteiligten Ingenieure und Mechaniker bei der Sache sind. Es ist gar nicht so einfach, einen Verbrenner zusammen mit den Elektromotoren in einem so kompakten Auto unterzubringen und zwischen beiden hin- und herschalten zu können", sagt Ordonez. Am meisten imponiert hat ihm aber der neue Dreizylinder: "Er ist so klein, dass ich ihn als Handgepäck mit nach Le Mans bringen könnte!"

Steile Karriere

Lucas Ordoñez war 2008 erster Gewinner der von Sony und Nissan neu ins Leben gerufenen GT Academy für Konsolespieler. Seitdem hat der 28-jährige Madrilene eine steile Karriere hingelegt. Zweimal – 2011 als Zweiter, 2013 als Dritter – fuhr er mit von Nissan-V8-Motoren angetriebenen LMP2-Prototypen auf das Siegerpodest in Le Mans. Darüber hinaus gewann er 2011 den LMP2-Titel im Intercontinental Le Mans Cup und holte im vergangenen Jahr mit dem Nissan GT-R Nismo GT3 den Fahrer-Titel der Blancpain Endurance Serie. Zuletzt gelang ihm als Tutor von vier neuen GT Academy-Absolventen ein Klassensieg auf Nissan 370Z Nismo bei den 24 Stunden von Dubai. Schon zuvor hatte ihn Nissan zum Testfahrer des neuen ZEOD RC ernannt.

Besonders gespannt ist Lucas auf das Erlebnis, die Mulsanne-Geraden von Le Mans das erste Mal rein elektrisch mit Tempo 300 durcheilen zu können. "Bislang kenne ich das nur aus den offenen LMP2-Prototypen – und deren Nissan V8 machen schon ganz schön Lärm. Umso neugieriger bin ich nun darauf, wie sich die gleiche Fahrt im flüsternden ZEOD RC anfühlt."

Darren Cox, Leiter der weltweiten Nissan Motorsportaktivitäten, begründet die Nominierung von Ordoñez mit dessen großer Vielseitigkeit: "Nach dem Gewinn der ersten GT Academy hat Lucas sein große Talent auf unterschiedlichsten Nissan-Rennfahrzeugen unter Beweis gestellt. Sei es im LMP2, GT3, GT4, Super GT oder gar im australischen Altima V8 Supercar – überall war er sofort schnell. Diese hohe Anpassungsfähigkeit spielte eine Schlüsselrolle bei der Entscheidung, ihn neben seiner Rolle als Testfahrer auch als Werksfahrer für Le Mans zu nominieren. Der Nissan ZEOD RC ist ein völlig neuartiger Rennwagen und in dieser Form einzigartig. Wer immer das Auto in Zukunft fährt, wird völlig neue Erfahrungen machen. Unsere drei Le Mans-Piloten müssen sehr vielseitig und lernwillig sein. Sie werden die Möglichkeit haben, Teil eines absolut neuen Kapitels des Motorsports zu sein. Nicht nur aus Sicht von Nissan, sondern aus der Perspektive der gesamten Automobilindustrie."

Unser Start in Le Mans markiert den Beginn der elektrischen Ära im Motorsport
Lucas Ordoñez

Genauso sieht es auch Lucas Ordoñez: "Unser Start in Le Mans markiert den Beginn der elektrischen Ära im Motorsport. Eine großartige Plattform, um bei der Entwicklung künftiger Elektroautos für die Straße wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Ich bin sehr stolz darauf, Teil dieses Projekts zu sein. Vor sechs Jahren habe ich die GT Academy gewonnen, da war ich noch ein normaler Student. Ich hätte damals nicht im Traum daran gedacht, einmal in Le Mans zu fahren – nun habe ich schon dreimal die ‚24 Stunden‘ bestritten. Ich fühle mich jetzt wie ein echter Profirennfahrer und möchte nun auch mit Elektropower im Rücken Erfolge mit Nissan feiern."

Der Nissan ZEOD RC startet in Le Mans aus der "Garage 56"– eine zusätzliche, vom Veranstalter ACO (Automobile Club de l´Ouest) für Rennwagen mit neuen und bahnbrechenden Antriebstechnologien reservierte Nennung in Form einer "Wild Card".

Die aus den Erfahrungen mit dem revolutionären Rennwagen gezogenen Erkenntnisse wird Nissan in die Entwicklung eines neuen LMP1-Prototypen einfließen lassen, der 2015 in der FIA World Endurance Serie (WEC) an den Start gehen soll.


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